Claudia S. Endres – „Die Seele Indiens“
26.02.2019

Claudia S. Endres – „Die Seele Indiens“

In ihrer Multivisionsshow „Soul of India“ zeigt Claudia Endres bildgewaltig und emotional die unterschiedlichen Facetten Indiens. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen und ihre Geschichten, denen sie in den vergangenen fünf Jahren immer wieder begegnete.

Claudia S. Endres

Ihre Faszination für dieses einzigartige Land verdeutlicht Claudia Endres im Interview.

Wir möchten Sie bitten, sich kurz vorzustellen.

Mein Name ist Claudia Endres, ich liebe die Fotografie und ich liebe Indien. Die Fotografie begleitet mich schon fast mein ganzes Leben und wurde auch zu einem Teil meines Berufs. Fast 17 Jahre war ich beim Quelle Versand in der Werbung tätig und seit dem Jahr 2005 leite ich Marketing und Vertrieb bei der Firma Ringfoto, dem größten Fotoverbund Europas; einem Unternehmen, bei dem sich fast alles um die Fotografie dreht. Meine Fotos entstehen vor allem auf Reisen, da gerade das Fremde und das Unbekannte für mich eine ganz besondere Motivation zum Fotografieren sind. Und Indien war dabei schon immer ein ganz wichtiges Reiseland für mich. Ich bereise Indien seit mittlerweile 20 Jahren und habe dort schon bald ein ganzes Jahr meines Lebens verbracht. Und so verwundert es nicht, dass Indien zum Thema meiner ersten Vortragsproduktion wurde. Allein für meinen Vortrag „Soul of India“ war ich in den letzten fünf Jahren insgesamt zehnmal dort. Für mich bietet kein anderes Land so viele verschiedene Facetten wie Indien. Und auch nach so vielen Reisen gehen mir dort die Motive noch lange nicht aus.

Sind Sie eine fotografierende Reisende oder eine reisende Fotografin?

Manchmal bin ich auch eine fotografierende Reisende, doch meistens eindeutig eine reisende Fotografin. Wenn ich an einem Fotoprojekt arbeite, wie in den letzten Jahren an meinem Indien-Vortrag, dann bestimmt die Fotografie meine gesamte Reiseplanung und meinen gesamten Tagesablauf während der Reise. Entscheidend ist, welche Jahreszeit die besten Fotobedingungen bietet, wann die wichtigen Sehenswürdigkeiten das beste Fotolicht haben und wie sich die fotografischen Highlights im Rahmen einer Reise verbinden lassen. Die Recherchen im Vorfeld dauern dabei meistens viel länger als die eigentlichen Reisen und manchmal ergeben sich auch Reisebedingungen, die man so als Tourist niemals wählen würde. So ist zum Beispiel der Mai ein idealer Monat, um in den Nationalsparks von Rajasthan und Madhya Pradesh Tiger zu sehen und zu fotografieren. Doch mit weit über 40 Grad ist es eben auch eine Jahreszeit mit sehr unkomfortablen Reisebedingungen und eine Zeit, die aufgrund des extrem harten Lichts fast nur für frühmorgendliche oder abendliche Foto-Touren geeignet ist. Doch wenn die Fotografie die oberste Priorität hat, kommt man für die Safaris eben im Mai nach Indien und verschiebt alle anderen Fotopläne in diesen Regionen auf weitere Reisen. Dieses Vorgehen macht zwar deutlich mehr Mühe, als alle Fotopläne mit möglichst wenigen Reisen zu erreichen; doch es garantiert eben auch bessere Bilder. Und deshalb müssen sich die Reisepläne bei mir ganz klar den fotografischen Zielen und Ideen unterordnen. Und auch wenn ich an das Foto-Equipment denke, dass ich auf meinen Reisen so mit mir herumtrage, hat das mit entspanntem Reisen oft nur noch sehr wenig zu tun. Auch da steht schon ganz klar die Liebe zum Fotografieren im Vordergrund.

Was erwartet den Besucher bei Ihrer Multivisionsshow?

Die Besucher erwartet Vieles, was man üblicherweise mit Indien verbindet, wie zum Beispiel die prächtigen Paläste der Maharajas, die vielen Götter, die intensiven Farben des Landes und die beeindruckenden Kunstschätze. Doch ich zeige auch ein Indien, das jenseits der Touristenpfade existiert und nehme den Zuschauer mit zu den indigene Stämmen Ostindiens, zu den Lagern der Zigeuner, zu den Bettlern, zu den Unberührbaren und zur beeindruckenden und eher unbekannten Religionsgemeinschaft der Bishnois. Und ich besuche mit den Zuschauern auch die großen Feste Zentralindiens - das Farbenfest Holi, den riesigen Kamelmarkt der Pushkar Mela und auch die Kumbh Mela, das größte religiöse Fest der gesamten Menschheit. Wer meinen Vortrag besucht, bekommt viele fundierte Informationen über Indien. Es gibt aber auch sehr viele wunderschöne Musiksequenzen, die den Bildern Raum geben und den Zuschauer emotional in dieses ferne, fremde Land mitnehmen.

Gibt es besondere Highlights, die Sie jetzt schon verraten können?

Ich denke ein wesentliches Highlight sind die persönlichen Geschichten der Menschen, die ich auf meinen Reisen getroffen habe. Sie geben in meinem Vortrag Indien ein Gesicht und sind zum Teil zutiefst berührend. Ganz besonders mag ich aber auch die Fotosequenz über Varanasi, die heiligste Stadt der Hindus. Hier hatte ich das Glück, dass ich mehrfach am alten Verbrennungsghat Manikarnika fotografieren durfte, wo das Fotografieren eigentlich strikt verboten ist und kann so von diesem faszinierenden und heiligen Ort ganz besondere Perspektiven zeigen.

Was ist charakteristisch für Ihre fotografische Arbeitsweise?

Ich denke, meine Fotografien leben vor allem von den intensiven Porträts der Menschen, die mir auf meinen Reisen begegnen und sie stehen auch im Mittelpunkt meiner fotografischen Arbeit. Meistens entstehen gute Porträts erst dann, wenn es gelingt eine Beziehung zu den Menschen aufzubauen. Und hierfür nehme ich mir viel Zeit. Ich habe sehr oft jemanden dabei, der für mich übersetzt, um möglichst viel über die Personen, die ich fotografiere, zu erfahren. Ich fotografiere Personen nur sehr selten ohne deren Erlaubnis. Und ich nehme mir Zeit, um mich auf die Menschen vor Ort einzulassen. Ich verbringe viele Stunden oder Tage in ihren Dörfern oder bleibe oft mehrere Stunden an einem bestimmten Platz, um das Treiben dort zu beobachten und auf interessante Begegnungen zu warten. Manchmal kommen die Menschen dabei auf mich zu. Manchmal spreche aber auch ich sie an, wenn sie mein Interesse geweckt haben. Und abgesehen von der zeitweisen Begleitung durch Fahrer und Helfer vor Ort, bin ich fast immer ganz alleine unterwegs, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich so viel mehr spannende Kontakte und fotografische Möglichkeiten ergeben, als beim Reisen mit Freunden.

Worauf freuen Sie sich bei der Veranstaltung am meisten?

Ich freue mich sehr darauf, den Besuchern meines Vortags Indien näher zu bringen. Und ich hoffe sehr, dass ich meine Zuschauer in Zingst für dieses faszinierende und widersprüchliche Land begeistern kann. Und ich freue mich ganz besonderes, dass ich meinen Vortrag im Rahmen dieses besonderen Festivals zeigen darf. Die hochkarätigen Ausstellungen, die „Bilderflut am Strand“ und die vielen Workshops machen so viel Lust auf die Fotografie. Und da mein Vortrag vor allem von der Kraft seiner Bilder lebt, könnte ich mir dafür keinen schöneren Rahmen wünschen.

Und last but not least: Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Ich verfolge das Programm des Festivals schon seit mehreren Jahren und hatte mir schon immer gewünscht, dort ein paar Tage zu verbringen. Da ich im Mai wegen meiner Tiger-Safaris und wegen der Kumbh Mela in den letzten Jahren immer wieder in Indien war, hat es aber leider erst 2018 mit einem Besuch geklappt. Ich hatte das Glück Zingst damals bei perfektem Sommerwetter zu erleben und verbinde mit meinem Besuch ganz viele unvergessliche Momente: Wundervolle Fotos, die mich tief beeindruckt haben, viele tolle Gespräche mit anderen Fotobegeisterten und lieben Bekannten und die wundervollen Bilderabende am Strand, die mit dem Sonnenuntergang, der tollen Musik und den vielen inspirierenden Bildern einfach etwas ganz Besonderes sind.

Auf Grund der hohen Nachfrage wird Claudia Endres eine zusätzliche Multivisionsshow um 17 Uhr halten, in der sie ihr Publikum für 90 Minuten auf eine Reise nach Indien entführt.

Nina Hesse

Fotoausstellungen/Buchverkauf +49 38232 165126 nina.hesse@zingst.de

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