Das Grüne Band
07.05.2019

Das Grüne Band

In der Multivisionsshow „Abenteuer Grünes Band – Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ begibt sich Mario Goldstein auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit.

Nach dreißig Jahren kehrt er auch mit vielen eigenen Erinnerungen an die ehemalige innerdeutsche Grenze zurück. Im Interview erzählt er, was den Besucher bei seiner Schau erwartet und warum er mit viel Zeit im Gepäck nach Zingst reisen wird:

horizonte zingst: Wir möchten Sie bitten, sich kurz vorzustellen.

Mario Goldstein: Der Mensch Mario Goldstein ist schwer zu beschreiben, vor allem, weil ich mich in einer permanenten Veränderung befinde. Seit meiner Kindheit folge ich meiner inneren Sehnsucht, die viel mit Freiheit, Selbsterkenntnis und einem großen Maß an Vergangenheitsbewältigung zu tun hat. Einige Abschnitte meines bewegten Lebens werde ich in Zingst dem Zuschauer näherbringen.

Sind Sie ein fotografierender Reisender oder ein reisender Fotograf?

Ich bin ein fotografierender Reisender, der gerne den Moment und die Menschen einfängt, denen er begegnet. Ich reise und arbeite auch mit anderen Fotografen und Kameraleuten zusammen, um die Freiheit zu haben, mich voll und ganz auf die Menschen einzulassen und ein authentisches Porträt zu dokumentieren. Natürlich fotografiere ich auch die Landschaft, aber ich bin doch mehr an den Leuten interessiert, die mir ihre Geschichte erzählen.Meine Liebe gilt aber auch dem Schreiben, deshalb bin ich auch einen Teil meines Lebens Autor. Das Buch zum Grünen Band wird im Herbst 2019 erscheinen.

Was erwartet den Besucher bei Ihrer Multivisionsshow?

Es ist eine Reportage, die letztendlich drei Geschichten erzählt, die wiederum dramatisch miteinander verbunden sind. Zum einen geht es um die deutsche Teilung, zum anderen um die Geschichte der DDR, denn aus dieser entspringt auch meine Vergangenheit, die ich versuche aufzuarbeiten. An diesem Prozess werden die Besucher teilhaben und letztendlich geht es um die einmalige Chance, die Natur, die nur durch den gewaltsamen Akt der deutschen Teilung entstehen konnte und heute über 1.200 seltenen Arten Schutz bietet, darzustellen und deren wundervolle Entwicklung nachzuvollziehen. Denn das Grüne Band ist auf dem Weg bundesweit unter Schutz gestellt zu werden und dafür gibt es Gründe.  

Gibt es besondere Highlights, die Sie jetzt schon verraten können?

Highlights werden oft nach dem persönlichen Empfinden definiert. Eines meiner Höhepunkte war, dass ich einen Flüchtling kennenlernte, dem bereits 1979 die Flucht gelang. Seine Story hat viele Parallelen zu meiner Fluchtgeschichte. Das überhaupt aus einem Todesstreifen eine Lebenslinie entstehen kann, ist bereits einmalig weltweit und wird noch Beispielcharakter haben.    

Was ist charakteristisch für Ihre fotografische Arbeitsweise?

Ich arbeite gerne mit anderen Fotografen und Filmleuten zusammen, so kombiniere ich gerne Foto mit dem Film und versuche darzustellen wie es – meiner Ansicht nach – wirklich ist. Auf diese Art kann sich der Zuschauer gut in die Menschen einfühlen, denn man ist für ein paar Minuten fast live im Leben der Personen und nimmt deren Persönlichkeit so anders wahr. Die Geschichten bekommen Tiefe und das macht gerade diese Form der live-Reportage aus. Für mich eine der besten Möglichkeiten das Erlebte zu teilen und auf einer emotionalen Ebene eine Veränderung in den Menschen anzustoßen.

Worauf freuen Sie sich bei der Veranstaltung am meisten?

Auf das Meer, den Wind und einen langen Strandspaziergang. Zudem bin ich neugierig, wie die Fotos der anderen Fotografen auf mich wirken. Ich werde mir Zeit nehmen.

Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«? 

Mein Freund und Kollege Norbert Rosing hat mir das Festival schmackhaft gemacht und ich weiß, dass in Zingst ein enormer Aufwand betrieben wird, um ein Erlebnis der Superlative auf die Beine zu stellen. Ich selbst war noch nie in Zingst, aber wenn ich mir die Liste der anwesenden und beteiligten Fotografen anschaue, dann kann es nur gut werden.

 

Hier gibt es die Tickets für diese einzigartige Multivisionsshow.Nicht verpassen sollten alle Interessierten die Möglichkeit mit Mario Goldstein ins Gespräch zu kommen. Diese Möglichkeit bietet die Führung durch die Multimediahalle am 31.05.2019 um 11:00 Uhr.

Das Interview führten Edda Fahrenhorst und Nina Hesse.

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