Der Neue-BFF Förderpreis 2020
28.09.2020

Der Neue-BFF Förderpreis 2020

Die Gewinner*innen des Neuen BFF-Förderpreises stehen fest. Vernissage, Preisverleihung und Ausstellung sind konzipiert und geplant - höchste Zeit die Wettbewerbsleitung, bestehend aus Bernd Opitz und Götz Schleser, zum Interview zu bitten. 

Der BFF – Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. – bietet 13 Studierenden ein Förderprogramm mit Workshops, einer krönenden Preisverleihung und Vernissage in Zingst. Im Vordergrund steht die – von Mentor*innen begleitete – Umsetzung der eingereichten Konzepte unter praxisbezogenen Bedingungen. Nach dem Auswahlworkshop, dem sogenannten Schulterblick Anfang März in Zingst, findet die Ausstellungspremiere diesen Herbst in Zingst statt. Im Interview sprechen wir mit Bernd Opitz und Götz Schleser, ihres Zeichens Wettbewerbsleitung, über die Neuerungen in diesem Jahr, die Motivation für ihr Engagement und worauf sie sich beim nächsten Festival besonders freuen: 

horizonte zingst: In der heutigen Zeit lässt sich eine wahre Flut an Foto-Wettbewerben (speziell für junge Fotograf*innen) ausmachen. Was ist die Besonderheit des Neuen BFF Förderpreises vor diesem Hintergrund?

Götz Schleser: Die Besonderheit am Förderpreis ist das große Engagement von allen, die daran arbeiten. Es ist nicht einfach ein Wettbewerb in dem Bilder eingereicht werden sondern eher ein Stipendium. Mit über 17 Personen betreuen wir vom BFF die zwölf Studenten ehrenamtlich das ganze Jahr über. Dafür bekommt jeder Student einen Mentor an die Seite gestellt, um gemeinsam aus der eingereichten Arbeit das Beste rauszuholen –  das heißt: die Bilder werden diskutieren, neue Lösungsansätze gesucht und dafür manchmal sogar das ganze Konzept gekippt, um einen ganz neuen Weg zu gehen. Das gemeinsame Neugestalten hat tolle Arbeiten auf den Weg gebracht. Die Erfahrungen und die Kontakte der Mentoren können den Studenten Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben. Kurzum: das tolle am Förderpreis ist nicht nur der Preis einer tollen Kamera von Olympus und einer wunderschönen Ausstellung auf dem Umweltotofestival »horizonte zingst«. Der wirkliche Schatz des Förderpreises sind die Menschen, die dahinter stehen, weil jeder – ob Sponsor, Mentor, Leitung, Veranstalter, Kurator*in – liebt das was er/sie tut.

Bernd Opitz: Der Neue BFF-Förderpreis ist in seiner Form einzigartig. Wir fordern in der Bewerbung keine fertigen Arbeiten sondern Konzepte von unseren Teilnehmer*innen. Diese Konzepte werden in einem dreimonatigen Mentorenprogramm mit der Unterstützung von Kollegen*innen aus dem BFF umgesetzt. Die Sichtung der Arbeiten geschieht in einem zweistufigen Workshop – in Hamburg und Zingst – in dem nicht nur über die Bilder diskutiert wird sondern auch Fragen geklärt, Stolpersteine aufgezeigt und Hilfestellungen gegeben werden für den gelungenen Berufsstart als Fotograf*in.

 
Stichwort „Mentoring“: Worin liegt die Intention/Motivation der BFF Professionals den fotografischen Nachwuchs zu fördern?

Bernd Opitz: Wir wollen jedem Teilnehmer die Möglichkeit geben von den langjährigen Erfahrungen der BFF-Mitglieder*innen zu profitieren.Durch den engen Austausch mit den Fotograf*innen wollen wir den Einblick in das spätere Berufsumfeld schärfen und ein Bewusstsein für die Werte, die der BFF vertritt, schaffen.

Götz Schleser: Wenn die Student*innen sich auf eine intensive Zusammenarbeit mit den Mentoren einlassen und umgekehrt der Mentor auf die Arbeit des Studierenden eingeht, entsteht immer eine sehr gute, komprimierte Arbeit, die es auf den Punkt bringt. Durch das Mentoring entstehen neue Ansätze und Sichtweisen, neue Stilelemente werden in die Arbeit eingebracht und wie gesagt können Erfahrungen und Kontakte der Mentoren auch ein paar Türen öffnen, die sonst verschlossen bleiben.

Fiene Wollstadt, war in diesem Jahr erstmalig beim BFF-Förderpreis als Mentorin tätig, Grund genug sie einmal nach den Gründen für ihr Engagement zu fragen: „Ich habe mich aus verschiedenen Gründen sehr über die Anfrage, als Mentorin beim Förderpreis mitzuwirken, gefreut. Zum Einen macht es mir unglaublich viel Spaß über großartige Fotos und Konzepte zu sprechen und mit den richtigen Anstößen und Fragen ein tolles Konzept konkreter und stärker zu machen. Zum Anderen ist es für mich wichtig, den kreativen Austausch mit meinen Kollegen zu haben. Der BFF bildet dafür immer eine Orientierung und einen gemeinsamen Ansatz. Natürlich finde ich die Möglichkeit, durch den Förderpreis mit jungen Fotografen in einen Dialog zu kommen, extrem spannend.“

Was können die Studenten wiederum aus dem Förderprogramm mitnehmen? Wofür könnte die Teilnahme nützlich sein?

Bernd Opitz: Als hilfreich hat sich erwiesen, den Blick auf die eigene Fotografie nicht nur von der Hochschule aus zu haben, sondern die Arbeit auch aus dem Blick der Berufsfotografie zu beurteilen. Mit der Teilnahme am Neuen BFF-Förderpreis bekommen die Student*innen auch eine Studentenmitgliedschaft im BFF und somit bleiben ihnen die Mentoren auch über den Wettbewerb hinaus als Ratgeber in den Berufsstart erhalten. Mitnehmen können Sie – neben den Erfahrungen, den qualifizierten Meinungen zu Ihrer Arbeit, der intensiven Auseinandersetzung über Inhalt und Bildsprachen, einer tollen Ausstellung – auch eine lange kollegiale Freundschaft zu vielen BFF-Fotograf*innen.

Götz Schleser: Wertvoll für die Studenten sind vor allem die Ausstellungen und die dadurch erreichte Öffentlichkeit – nach der Weltpremiere in Zingst, werden die Arbeiten bei einer anschließenden Ausstellungstour gezeigt, von tausenden Menschen gesehen, in der Fachfachpresse und im eigenen BFF-Förderpreis-Magazin veröffentlicht. In der Regel kommen die Finalisten durch diese Aufmerksamkeit im Anschluss an den Wettbewerb karrieretechnisch einen großen Schritt weiter.Im zweiten Workshop in Zingst versuchen wir dementsprechend auch den Student*innen ein Basiswissen für den Einstieg in die Selbständigkeit zu geben.

Was war neu in diesem Jahr?

Bernd Opitz: Wir haben den Wettbewerb in diesem Jahr in drei Kategorien „Angewandte Fotografie / Design“, „Kunst“ und „Reportage / Dokumentation“ ausgeschrieben um die vielfältigen Richtungen in der Fotografie wider zu spiegeln. Dadurch haben wir für jede Kategorie sehr überraschende Konzepte eingesandt bekommen, die in den letzten drei Monaten umwerfend gut umgesetzt wurden. Neu ist auch, dass wir nun in jeder Kategorie einen Förderpreisgewinner haben werden.

Götz Schleser: Wir haben die unterschiedlichen Kategorien eingeführt, um die große Bandbreite der tollen Kolleg*innen die wir im Verband haben etwas besser Wiederspiegeln können: sei es Porträt, Architektur, Mode, Kunst, Stilllife, Food, Lifestyle, Reportage, Werbung, Trasportation, Landscape, Film, Editorial, CGI/3D, Interieur.

Was bedeutet Ihnen die Teilnahme am 13. Umweltfotofestival »horizonte zingst«

Bernd Opitz: Das Umweltfotofestival »horizonte zingst« ist eines der wichtigsten Festivals in Europa und bietet uns eine tolle Plattform, um den Neuen BFF-Förderpreis zu präsentieren. Wir sind sehr froh von Seiten der Festivalleitung zu der Teilnahme eingeladen worden zu sein, denn die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Organisationsteam und den Kuratoren, mit denen wir die Ausstellung zusammen planen, ist einfach super. Götz Schleser: Wir freuen uns sehr, dass die Studierenden die Möglichkeit haben bei einem der größten Fotofestivals in Europa auszustellen. Die Größe der Ausstellungsfläche und die Unterstützung für den Nachwuchs von Seiten des Umweltfotofestivals »horizonte zingst« ist einzigartig, dafür sind wir sehr dankbar. P.S. Nur das Umweltfotofestival in Zingst hat eine Strandbar!

 

Die Preisverleihung findet am 02.10.2020 um 17:30 Uhr in der Multimediahalle in Zingst statt. Danach wird die Ausstellung vom 03.10. bis (einschließlich) 11.10.2020 in der Zeit von 11 – 15:00 Uhr dort zu sehen sein.

 

Das Interview führte Nina Hese per E-Mail.

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