Der Neue BFF-Förderpreis – »Haltung«
13.03.2019

Der Neue BFF-Förderpreis – »Haltung«

Junge Fotografen beweisen mit ihrer Arbeit Haltung. Der Neue BFF-Förderpreis ist ein Wettbewerb mit hohem Anspruch. Durchgeführt und präsentiert wird er in Zusammenarbeit zwischen dem Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. (BFF)und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. (BFF) und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst« geht in diesem Jahr in die dritte Runde. Nach den gemeinsamen, erfolgreichen Ausstellungsprojekten „Mensch ist Meer“ im Jahr 2017 und der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen 2018 waren auch in diesem Jahr Studierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgerufen sich am Wettbewerb zu beteiligen und ihre Projektideen zum Thema „Haltung“ einzureichen.  

Auf den ersten Workshop im Dezember 2018 in Hamburg folgte nun Mitte März Workshop Nummer zwei in Zingst, bei dem alle Beteiligten an der Bildauswahl und den Texten der jeweiligen Projekte, sowie der Ausstellungskonzeption gearbeitet haben. Die Premiere der Ausstellung „Der Neue BFF-Förderpreis – Haltung“ feiert dann ab dem 25. Mai 2019 mit den 10 gekürten Konzepten seine Weltpremiere beim 12. Umweltfotofestival »horizonte zingst«.  

Die beiden Hamburger BFF-Fotografen Tobias Habermann und Bernd Opitz, ihres Zeichens die Wettbewerbsleitung, über den Ablauf des Förderpreises, die Zusammenarbeit mit Zingst und was sie in diesem Jahr Überraschendes feststellen konnten:

Bitte stellen Sie sich, ihren Verband und Ihre Aufgaben beim »Neuen BFF-Förderpreis« vor.

Der BFF, der Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V.,  wurde 1969 gegründet. Derzeit bestimmen gut 500 aktive BFF-Mitglieder, stilbildende Fotografen aus den Bereichen Werbung und Editorial ebenso wie innovative Filmgestalter und Hochschullehrer für Fotografie und Design die Bildsprache entscheidend mit.
Im Rahmen unserer Nachwuchsförderung haben wir den »Neuen BFF-Förderpreis« ins Leben gerufen. Er richtet sich an Studierende ab dem 4. Semester, der Studienfächer Fotografie, Foto-Design, Kommunikationsdesign oder Visuelle Kommunikation an staatlich anerkannten Hochschulen, Fachhochschulen oder Ausbildungsinstituten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
In Zusammenarbeit mit unseren Partnern Olympus und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«, werden 15 Studenten bei der Umsetzung ihres Konzeptes zum diesjährigen Thema „Haltung“ finanziell unterstützt und von erfahrenen BFF-Mitgliedern als Mentoren in der Umsetzungsphase begleitet. Wir als Wettbewerbsleitung sind für die Planung, Umsetzung und Organisation des Wettbewerbs verantwortlich. Wir betreuen die Studierenden, vernetzen sie mit ihren Mentoren und sind Ansprechpartner für alle weiteren Fragen.

Wann waren Sie das erste Mal mit Studenten in Zingst? Und wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Das erste Mal waren wir im Frühjahr 2017 mit den Teilnehmern zu einem Workshop in Zingst. Die Zusammenarbeit entstand aus der Idee heraus, einen Nachwuchswettbewerb für Studierende ins Leben zu rufen, der sich inhaltlich mit dem Umweltfotofestival »horizonte zingst« beschäftigt. Daraus entstand das Thema des Wettbewerbes „Mensch ist Meer“.  
Bei dem Wochenendworkshop in Zingst haben wir zusammen mit den Studenten die Ergebnisse ihrer Wettbewerbsarbeiten editiert und für die Ausstellung drucktechnisch vorbereitet. Dafür hat das Festival-Team uns die wunderbaren Räumlichkeiten im Max-Hünten-Haus Zingst zur Verfügung gestellt.

Sie haben die Studierenden bei ihrer Arbeit an dem Thema „Haltung“ begleitet – wie sah der Prozess in der Praxis aus?

Nach einer Ausschreibung zum »Neuen BFF-Förderpreis« im Herbst des vergangenen Jahres, wurden die eingereichten Arbeiten und Konzepte bewertet. Aus über 80 eingereichten Konzepten, die sich alle sehr intensiv mit „Haltung“ auseinander gesetzt haben, wurden durch eine externe Jury die 15 besten Einreichungen ausgewählt und die jeweiligen Studenten im Dezember zum ersten Workshop nach Hamburg eingeladen. Bei diesem Workshop wurde jedem Studierenden ein erfahrener BFF-Mentor zur Seite gestellt, der seinen „Schützling“ durch die Realisationsphase des jeweiligen Projektes von Dezember bis Anfang März  mit Rat und Tat begleitet.  
Beim zweiten Workshop, dem „Schulterblick“, der Mitte März in Zingst stattgefunden hat, haben wir die Ergebnisse vorgestellt bekommen,  die Arbeiten mit allen Studierenden besprochen und für die Vernissage zum Umweltfotofestival »horizonte zingst« im Mai vorbereitet.

Gab es in der Zeit der Zusammenarbeit etwas, was sie überrascht hat? Oder besonders gefreut?

Gefreut hat uns besonders die hohe Qualität und Verschiedenartigkeit der eingereichten Konzepte und Arbeiten, die in ihrer Unterschiedlichkeit eine spannende und kontroverse Ausstellung zeigen werden. Überrascht hat uns auch dieses Jahr wieder der große Zulauf von Studenten, die eher der dokumentarischen Fotografie verschrieben sind. Da der BFF nun einmal eher durch Werbefotografen besetzt ist, war es für uns interessant zu sehen, dass die Berührungspunkte der eigentlich unterschiedlichen Genres, doch weit näher bei einander sind als gedacht. Das führt zu wunderbaren Synergien in Bezug auf Herangehensweise und Bildbetrachtung. Also ein deutliches Plus für beide „Seiten“.

Was verbinden Sie mit Zingst?

Bernd: Zingst ist auf der einen Seite für mich immer ein wunderbarer Ort, mit viel Bezug zur Natur, immer ein Augenblick zum Luft holen und sich besinnen. Und auf der anderen Seite auch stets verbunden mit neuen Begegnungen, viel Austausch mit den Studierenden, Diskussionen über tolle Bilder und trotz der vielen Arbeit auch immer sehr lustigen und geselligen Abenden durch das gemeinsame Wohnen. Die Vielfalt der Ausstellungen, die im Mai beim Umwelfotofestival »horizonte zingst« zu sehen sind, stellen für mich immer einen Quell der Inspiration und Überraschung dar.  
Tobias: Für mich ist Zingst mittlerweile eine Art zweite Heimat geworden. Ich habe durch die enge Zusammenarbeit mit dem tollen Team aus ambitionierten und hochqualifizierten Leuten eine enge und nicht nur professionelle, sondern auch eine persönliche Verbindung zu Zingst bekommen. Die Möglichkeiten mit den Studenten an ihren Bildern zu arbeiten sind im Max-Hünten Haus unvergleichbar. Das alles in Rufweite zur Ostsee kommt es einem Urlaub unglaublich nahe. Als ich 2017 zum ersten Mal auf das Umweltfotostival »horizonte zingst«  kam, war ich von der Energie des ganzen Ortes fasziniert. Es wirkte so, als ob Zingst durch und durch Fotografie lebt und atmet. Dieser gelebte Respekt vor unserem Beruf ist immer wieder eine schöne Abwechslung zum eher technischen Alltag.

Was bedeutet Ihnen die Teilnahme am zwölften Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Für uns ist es sehr schön zu sehen, dass der BFF zuerst mit der Ausstellung „Mensch ist Meer“ und nun mit dem »Neuen BFF-Förderpreis« zum dritten Mal beim Umweltfotofestival »horizonte zingst« auch mit dafür sorgen kann, dass Menschen unterschiedlichster Couleur an den aktuellen Stand der Nachwuchsfotografie herangeführt werden.

Das Interview hat Nina Hesse geführt.

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