Der Umwelt zuliebe
26.05.2019

Der Umwelt zuliebe

Das Umweltfotofestival »horizonte zingst« trägt seinen Titel nicht umsonst. Wenn man sich die Bilder anguckt, die momentan in Zingst ausgestellt werden, dann wird deutlich, dass es hier nicht nur darum geht, schöne Aufnahmen zu zeigen, sondern auch darum, den Betrachter zum Nachdenken über den Zustand unserer Welt anzuregen.

Um als gutes Vorbild voranzugehen, kompensiert das Festival den CO2-Fußabdruck, der bei der Anreise der Fotografen entsteht, indem es das Projekt „MoorFuture“ unterstützt, das sich für die Renaturierung von Mooren in Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern einsetzt. Außerdem zahlen die Aussteller des Fotomarktes in diesem Jahr erstmals einen Umweltbeitrag, der anschließend dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zugutekommt.

Dazu kommen dann bewegende Bilder, die den Besuchern die Welt aus verschiedensten Blickwinkeln zeigen. Sie sind in der Lage Emotionen zu wecken, die über eine nüchterne Betrachtung der Fakten hinausgehen. „Es geht aber nicht nur darum, die Leute mit Aufnahmen von beispielsweise vermüllten Stränden zu erschrecken, sondern auch darum, ihnen zu zeigen, was auf dem Spiel steht“, sagt Jens Schröder, Chefredakteur der National Geographic Deutschland bei der Umweltmatinee, die heute im Rahmen des Festivals stattgefunden hat.

Die Bedeutung der emotionalen Ebene wurde in der Diskussionsrunde immer wieder deutlich. Viele Menschen verknüpfen ihr eigenes Verhalten nicht ausreichend mit den weltweiten Umweltproblemen auf unserem Planeten, wie Prof. Dr. Antje Boetius in ihrer täglichen Arbeit als Tiefsee- und Polarforscherin häufig feststellt. Auch BUND Vorsitzender Hubert Weiger untermauerte diese Beobachtung: „Wir haben ein stark gestiegenes Umweltbewusstsein, aber wir verknüpfen es wenig mit unserem täglichen Verhalten. Kaum jemand fühlt sich verantwortlich für den Müll, der heute in unseren Weltmeeren schwimmt. Wir haben den Plastikmüll ja nicht ins Meer geworfen, das waren dann wahrscheinlich andere Staaten, andere Menschen. Wir haben es in gelben Säcken verpackt und ordnungsgemäß entsorgt“, stellte er fest. Was aber anschließend mit dem Müll geschehe, darüber mache man sich in der Regel dann keine Gedanken mehr.

Umweltmatinee - Diskussion zum wichtigsten Thema unserer Gegenwart: Dem Schutz und Erhalt unserer Natur und damit allen Lebens.

Der BUND e.V. tritt diesem Phänomen mit dem Projekt „Schatzküste“ entgegen. In Zingst sammeln sie regelmäßig mit freiwilligen Helfern den Müll, der sich am Strand ansammelt und verknüpfen so globale Probleme mit dem Ökosystem vor unserer eigenen Haustür. Auch zum Festival sind sie vor Ort und räumen jeden Morgen ab 09:00 Uhr am Strand auf und wandern um 14:00 Uhr mit interessierten Besuchern am Spülsaum entlang, um den Lebensraum genauer unter die Lupe zu nehmen.

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