„Dieter Schonlau – Borneo: Wunderwelt im Verborgenen"
26.03.2019

„Dieter Schonlau – Borneo: Wunderwelt im Verborgenen"

In seiner Multivisionsshow erzählt der Fotograf über die artenreiche Tier- und Pflanzenweltwelt der Tropen, in der leuchtende Pilze wachsen, fliegende Frösche leben und Insekten wie Blüten aussehen.

Jedes jahr macht sich der Fotograf Dieter Schonlau mit seiner Frau – bepackt mit Rucksack, Kompass und Fotoausrüstung – für einige Monate auf den Weg, um unter Urwaldriesen das Zelt aufzuschlagen und die artenreiche Tierwelt der Tropen zu beobachten.

Mit welchen Tricks man die im Verborgenen lebenden tierischen Dschungelbewohner vor die Kamera bekommt, verrät Dieter Schonlau im Interview (und natürlich dann auch in der Multivisionsschau):

horizonte zingst: Wir möchten Sie bitten, sich und ihren fotografischen Werdegang kurz vorzustellen.

Dieter Schonlau: Mit 23 Jahren habe ich meine Ausbildung zum Konditormeister abgeschlossen und wollte danach mit meiner Frau Sandra Hanke unseren gemeinsamen Traum leben und die Urwälder dieser Erde durchstreifen. Seitdem sind über 30 Jahre vergangen. Jahre, in denen wir immer wieder in die Regenwälder der Erde aufgebrochen sind. Mittlerweile haben wir insgesamt über zwölf Jahre unter Dschungelkronendächern gelebt. Aber eines hat sich in diesen vielen Jahren nicht geändert: Noch genau wie am ersten Tag lodert in uns die Begeisterung. Und am letzten Tag jeder Dschungeltour beginnt die Vorfreude auf die nächste. Meine Frau und ich haben es uns zur Lebensaufgabe gemacht, mit unseren „REGENWALD-arbeiten“, darauf aufmerksam zu machen, wie lebenswichtig der Schutz der Regenwälder für die Menschheit ist.

Sind Sie ein fotografierender Reisender oder ein reisender Fotograf?

Eher ein fotografierender Regenwaldreisender, der sich viel Zeit nimmt, ohne liefern zu müssen. Mir geht es nicht darum, möglichst viele Tiere vor die Kamera zu bekommen, ich möchte die ursprünglichen Lebensräume im Regenwald beobachten und erforschen, um so ein authentisches Bild von der einzigartigen, atemberaubenden Vielfalt im tropischen Regenwald präsentieren zu können.

Was erwartet den Besucher bei Ihrer Multivisionsshow?

Der Besucher bekommt Einblicke in eine verborgene Wunderwelt, in der leuchtende Pilze wachsen, fliegende Frösche leben und Insekten wie Blüten aussehen. Ich berichte von Begegnungen mit Waldelefanten, Nasenaffen, Nashornvögeln, Waldgeistern und erzähle vom Leben der Orang-Utans, denen meine Frau und ich auf selbstgebauten Plattformen in den Baumkronen näher kamen. Es wird ein einzigartiges Erlebnis. Versprochen!

Gibt es besondere Highlights, die Sie jetzt schon verraten können?

Jeder einzelne Tag in Borneo war für meine Frau und mich ein Highlight! Jede Begegnung, vom Blutegel bis zum Elefanten, hatte seinen Reiz! Es wäre unfair, etwas besonders hervorzuheben, wo doch alles so großartig war! Kein Tag war wie der andere. Borneos Regenwälder sind voller Wunder, die uns immer wieder ins Staunen versetzten. Von diesem Wunderbaren werde ich erzählen.

Was ist charakteristisch für Ihre fotografische Arbeitsweise?

Meiner Meinung nach gehört die Fotografie im Regenwald zu den schwierigsten Genres der Naturfotografie, man braucht viel Zeit, Ausdauer und Leidensfähigkeit! Die Regenwälder beherbergen mehr als zwei Drittel aller uns bekannten Tier- und Pflanzenarten. Deshalb müssten sie eigentlich ein Paradies für Naturfotografen sein. Das trifft jedoch nur bedingt zu. Grund dafür ist vor allem die ständige und schwer erträgliche Hitze und Luftfeuchtigkeit, die der Ausrüstung und einem selbst heftig zusetzen. Uns ist bei der Arbeit oft so heiß, dass wir das Gefühl haben, unsere Innereien würden anfangen zu kochen. Zudem ist es äußerst schwierig, Tiere im grünen Wirrwarr des Dschungels zu entdecken. Noch schwieriger ist es, sie vor die Kamera zu bekommen. Lebewesen im Urwald führen ein Dasein im Verborgenen. Um erfolgreich zu sein, darf es einem außerdem nichts ausmachen, tagelang in Verstecken zu verharren, um auf Begegnungen zu warten, von denen man weiß, dass sie eventuell nie stattfinden. Das bedarf definitiv einer großen Begeisterung! Trotz dieser ganzen Unannehmlichkeiten gibt es für meine Frau und mich nichts Schöneres auf dieser Welt, als das Leben und Fotografieren im Dschungel.

Worauf freuen Sie sich bei der Veranstaltung am meisten?

Ich freue mich darauf von Borneos Wunderwelt zu berichten, sodass sich die Zuschauer mittendrin fühlen. Sie sollen verzaubert und verblüfft sein, von dieser fantastischen „Regenwaldwelt“. Und sie sollen erkennen, wie einzigartig und schützenswert dieser Lebensraum ist. Wenn ich das schaffe, würde ich mich sehr freuen! Das ist dann gleichzeitig mein Dankeschön an den Regenwald, für alles was meine Frau und ich bisher dort erleben durften.

Und last but not least: Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Meine Frau und ich sind schon zum dritten Mal dabei und wir freuen uns schon jetzt auf ein Festival mit einem ganz besonderen Flair! Bei »horizonte zingst« geht es um mehr als „schöne Fotos“. Es geht darum, das Bewusstsein für unsere Umwelt zu erweitern, indem man zeigt wie einzigartig und vielfältig unsere Erde ist. Das verbindet uns mit dem Festival! Wenn ich auf den Auslöser drücke, möchte ich nicht nur ein Foto machen, ich möchte Begeisterung für die Regenwälder auslösen!

Die Multivisionsshow startet am 28.05.2019 bereits um 19:30 Uhr, Tickets sind noch verfügbar.

 

Das interview führte Hina Hesse

Unsere Premium-Partner