Filmolux präsentiert Uli Kunz – In der Tiefe der Meere
14.09.2020

Filmolux präsentiert Uli Kunz – In der Tiefe der Meere

Wie es sich anfühlt, Walen in die Augen zu schauen, darüber erzählt Uli Kunz im Interview:

Er verrät, warum tagelanges Ausharren in eisigem Wasser sich lohnt, was es mit schlammigen Tunneln und Essen aus der Tüte auf sich hat und warum Uli Kunz denkt, dass viele Tiere sich eigentlich biegen müssten vor lachen angesichts von Tauchern:

 

 horizonte zingst: Wie kam es dazu, dass Sie mit der Unterwasserfotografie angefangen haben?

Uli Kunz: Ich tauche schon seit meiner Kindheit und hatte immer den Wunsch, endlich auch einmal Bilder aus der Unterwasserweltmit nach oben zu bringen. Neben dem Biologie-Studium habe ich in Kiel in einem Geschäft für gebrauchte Kameras gearbeitet. Eines Tages kam ein Mann in den Laden, der seine Nikonos V verkaufen wollte, eine damals legendäre(natürlich noch analoge) Unterwasserkamera. Ich hab sie ihm direkt abgekauft und war am nächsten Tag damit unter Wasser...

 

Wie fühlt es sich an, den Bewohnern der Meere in die Augen zu schauen?

Das kommt immer drauf an, wo die Augen sind beziehungsweise ob sie überhaupt Augen haben... Ich bin ein großer Freund der eher unscheinbaren und meist unterschätzten Freaks im Tierreich, wie zum Beispiel den Schleimaalen, Tiefseequallen oder Nacktschnecken.Als Mensch muss man dann erst herausfinden, wo vorne und hinten ist, da bleibt für Blickkontakt wenig Zeit... aber natürlich sind Begegnungen mit großen Haien, Robben oder Walen immer etwas Besonderes, vor allem, wenn manche Tiere neugierig werden und vielleicht herausfinden möchten, was ihnen da unter Wasser Tolpatschiges entgegen schwimmt. Eigentlich müssten die Tiere die ganze Zeit am Lachen sein, wenn sie meine schwerfälligen Versuche beobachten, ihnen irgendwie zu folgen...

 

Welche war Ihre spannendste Begegnung unter Wasser?

Einerseits finde ich Erlebnisse mit den großen Räubern im Meer äußerst faszinierend: Vor der Küste von Norwegen habe ich mehrere Wochen lang versucht, Orcas und Buckelwale bei der Jagd auf Heringe während der Polarnacht im eiskalten Wasser zu filmen. Erst ganz am Ende der Expedition, nach viel Frieren und Frustration, hatten wir das Glück, in einer wilden Jagd abzutauchen und die riesigen Tiere beim Fressen zu beobachten.Andererseits liebe ich wilde Welten unter der Erde, die wir Menschen nur selten zu Gesicht bekommen: Wassergefüllte Höhlen. In Südfrankreich konnte ich eine Expedition begeisterter Höhlentaucher begleiten und mit ihnen insgesamt drei Tage am Stück in der Dunkelheit eines gewaltigen Höhlensystems verbringen. Riesige Hallen, schlammige Tunnel, spektakuläre Felsformationen, Essen aus der Tüte und die schwärzeste Nacht der Welt. Fantastisch!

 

Haben Sie ein Wunschbild, das Sie gerne einmal fotografieren würden?

Das jeweilige Wunschbild fällt mir meistens genau in dem Moment ein, wenn ich es mache... ich habe keine Liste, die ich abarbeiten muss, ich finde glücklicherweise sehr häufig Motive, die zumindest mich glücklich machen. Aber es gab immer wieder kurze Augenblicke, in denen alles stimmig zusammenfällt und in denen ich dann sofort merke, dass gerade eine Art "Wunschbild" entstanden ist. Dieses Gefühl hatte ich zum Beispiel bei der Kegelrobbe mit dem aufgerissenen Maul, bei der Taucherin in dem großen Felsbogen und bei den Buckelwalen, die sich so neugierig an unseren Kameramann herangewagt haben.

 

Und last but not least: Was verbindet Sie mit dem Fotofestival »horizonte zingst“?

In Zingst hat meine "Karriere" in der Vortragsszene begonnen. 2012 hat mich Norbert Rosing in die Multimediahalle eingeladen. Ein für mich bewegender Moment, denn damals saßen auch meine Eltern im Publikum, die dann vielleicht zum ersten Mal an einem Stück gesehen haben, was ich denn eigentlich so mache und warum ich vor langer Zeit das Medizinstudium abgebrochen habe und nach Kiel gegangen bin, um meiner Begeisterung für die Meeresbiologe zu folgen...Seitdem bin ich mehrere Male beim "horizonte" gewesen und konnte in vielen Gesprächen, Podiumsdiskussionen und Vorträgen vor Erwachsenen und Schülern dazu beitragen, dass unsere Meere eine etwas lautere Stimme bekommen.

 

Titelbild © Uli Kunz

Das Interview führte Edda Fahrenhorst per E-Mail

 

Und da die Ausstellung „Eine Augenweide – schön zu sehen, gut zu wissen“ in Zusammenarbeit mit dem Partner Filmolux entstanden ist, wollten wir wissen, was das Unternehmen mit der Fotografie in Zingst verbindet.

Ohne Filmolux, wäre das Umweltfotofestival »horizonte zingst« nicht das was es nach außen hin sichtbar ist: Das Festival der großen starken Bilder. Die Open-Air-Bilderschauen sind es, die als erstes ins Auge fallen und zum signifikanten Merkmal geworden sind.
Die Partnerschaft mit Epson und Filmolux ergab die Technologie, um witterungsbeständige Bilder im XXL-Format präsentieren zu können.
Über ein Jahrzehnt konnten Ausstellungen produziert werden, die den oftmals aggressiven Bedingungen des Küstenklimas stand gehalten haben. Filmolux hat die Folien, die sich zum Schutz der Bilder im Außeneinsatz bewährt haben. Ohne Filmolux keine Open-Air-Ausstellungen. Ohne Open-Air-Ausstellungen kein Festival mit optimaler Außenwirkung. Eine außergewöhnliche Win-win-Situation.

www.filmolux.de
 

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