Fotografieren am Rande der Welt
04.05.2019

Fotografieren am Rande der Welt

Esther Horvath ist die Fotoredakteurin des Alfred-Wegener-Instituts und begleitet die Klimaforschungen in den Polarregionen und Ozeanen der mittleren und hohen Breiten als Fotografin – ein Arbeitsumfeld, das nicht nur fotografische Herausforderungen bereithält.

Die Ausstellung „Behind the Arctic Science“ zeigt die Bandbreite der dabei entstandenen Fotografien: Zum einen die grandiose Schönheit polarer Landschaften mit ihren faszinierenden Strukturen und einzigartiger Farbigkeit, zum anderen das alltägliche Leben der Wissenschaftler in den entlegensten Forschungsstationen der Welt, das Esther Horvath ebenso dokumentierte.

Im Interview gewährt Esther Horvath einen Einblick in ihr außergewöhnliches Arbeitsumfeld und verrät, mit welcher Aktion sie zum Festival in Zingst eine Europapremiere feiern wird:

horizonte zingst: Als Bildredakteurin und Fotografin begleiten Sie die Forschungsarbeiten des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Dürfen wir erfahren von welcher Reise Sie jüngst zurückgekommen sind?

Esther Horvath: Ich bin vor kurzem aus Ny-Alesund, einem kleinen Ort auf der Insel Spitzbergen zurückgekommen. In Ny-Alesund, einer der nördlichsten Siedlungen der Erde, haben sich AWI-Forscher für die größte Arktis Expedition aller Zeit vorbereitet. Die Expedition heisst „MOSAiC“ und startet mit dem deutschen Forschungseisbrecher Polarstern im September 2019. Auf der MOSAiC-Expedition erforschen Wissenschaftler aus 17 Nationen die Arktis im Jahresverlauf, dazu driftet der Eisbrecher eingefroren durch das Nordpolarmeer. Die wissenschaftliche Forschung wird in einem Gebiet stattfinden, in das im Winter noch kein Mensch vorgedrungen ist, mit dem Ziel, die Klima- und Ökosystemforschung auf die nächste Stufe zu heben.

Wo finden Sie ihre bevorzugten Motive?

Wir alle wissen, dass das Eis im Arktischen Ozean schmilzt, aber wer sind die Wissenschaftler, die diese Informationen liefern, und wie arbeiten und leben sie an einem der entferntesten Orte der Welt? Ich möchte diesen Wissenschaftlern ein Gesicht geben, ihre Geschichten und Forschungen zeigen. Das ist es, was mich wirklich interessiert und worüber ich auch in meiner Multivisionsshow „Behind Arctic Science“ sprechen werde.

Wird an Ihren Bildern der vermeintliche Klimawandel sichtbar?   

Neben der Dokumentation der wissenschaftlichen Arbeitsweise, fotografiere ich auch arktische Landschaften, welche die Schmelzungen der Meereisdecke des Arktischen Ozeans zeigen.

Wie unterscheiden sich Arktis und Antarktis?

Die Frage könnte man auch so formulieren: Worin besteht der Unterschied zwischen dem Nord- und dem Südpol? Der wichtigste Punkt zur Unterscheidung ist, dass sich der Nordpol im Arktischen Ozean etwa 700 km entfernt vom nächsten Land (Grönland) befindet. Der Südpol hingegen liegt auf dem antarktischen Kontinent und ist etwa 1.300 km von der nächsten Meeresbucht, der „Bay of Whales“ entfernt.

Gibt es ein besonderes Highlight in Zingst, das sie jetzt schon verraten können?

Ich freue mich sehr den Workshop „Girls Who Click“ für junge Mädchen im Teenageralter zu organisieren und durchzuführen. Ich unterstütze die Organisation „Girls Who Click“, denn sie befähigt weibliche Fotografinnen, in das von Männern dominierte Feld der Naturfotografie einzusteigen. Mit kostenlosen Naturfotoworkshops für Teenagermädchen wollen wir eine neue Generation von Naturfotografinnen und Naturschützern inspirieren. Durch Girls Who Click sollen Mädchen das Vertrauen gewinnen, ihrer Leidenschaft nachzugehen und sie als erwachsene Fotografen und Naturschützer einsetzen.

 

Live erleben kann man die Fotografin Esther Horvath in ihrer Multivisionsshow "Behind Arctic Science" am 25.05.2019. Als Open-Air-Installation wird die Ausstellung „Behind the Arctic Science“ ab dem 25.05. 2019 bis zum 01.03.2020 vor dem Max Hünten Haus in Zingst zu sehen sein. Partner der Ausstellung ist Epson.

 

Das Interview führten Edda Fahrenhorst und Nina Hesse.

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