Freilebende Seeadler fotografieren
26.07.2019

Freilebende Seeadler fotografieren

Über die wundervolle Natur Mecklenburg-Vorpommerns weiß Mario Müller als Naturfotograf viel wissenswertes zu berichten – zum Festival in einer Multivisionsshow und im Herbst in einem einzigartigen Fotoworkshop – ein Fotoerlebnis mit Action in höchster Vollendung.

Seeadler zwischen Ostsee und Boddenlandschaft sind ein grandioses Naturschauspiel. In dieser Exkursion "Wildlife-Safari zu den Seeadlern" bekommen Fotografen die Chance zu wunderbaren Seeadleraufnahmen aus nächster Nähe. Dieses wunderbare Ereignis mit der Kamera optimal einzufangen, dazu bedarf es einiger Tricks und die entsprechende Ausrüstung.

Diese Exkursion führt Interessierte an die schönsten Motive heran – wie genau das abläuft, verrät Mario Müller im Interview:

horizonte zingst: Herr Müller, für wen haben Sie den Workshop konzipiert?

Mario Müller: Dieser Workshop richtet sich an alle Fotografen, die Seeadler in ihrem natürlichen Lebensraum fotografieren möchten. Tierfotografie in freier Wildbahn gehört sicherlich zu den schwierigerenTeilen der Fotografie, denn wilde Tiere lassen sich nicht positionieren und planen kann man mit ihnen im Vorfeld auch nicht. Um ansprechende Fotos machen zu können, ist es deshalb wichtig im Vorfeld Bedingungen zu schaffen, um die Tiere möglichst nah anzulocken. Mit Tarnzelten und Fotoverstecken können sich Fotografen den Tieren auf sensible Weise nähern, ohne dabei die Tiere zu stören.

Theorie oder Praxis: Was steht bei Ihrem Workshop im Vordergrund?

Natürlich steht die Praxis im Vordergrund, schließlich möchte jeder am Ende des Workshops ein Foto von einem frei lebenden Seeadler mit nach Hause nehmen. Ganz ohne Theorie geht es aber nicht oder nur schwer. Deshalb bildet eine theoretische Einführung am ersten Tag des Workshops die Grundlagen für das Fotografieren aus der Fotohütte. Dies beinhaltet die optimalen Kameraeinstellungen und die richtigen Verhaltensweisen der Fotografen während des Ansitzes. So löst man die menschliche Gestalt auf und die Tiere verlieren ihre Scheu. Deshalb ist es auch wichtig, dass die Fotografen während des Ansitzes am Samstag und Sonntag die Fotohütte nicht verlassen. Sofort würden die Adler die Hütte mit dem Menschen in Verbindung bringen und sich dann in der nächsten Zeit nicht mehr der Hütte nähern.

Welche Inhalte geben Sie den Teilnehmern mit?

Die Teilnehmer sollen während des Workshops merken, wie zeitintensiv, aber auch spannend Tierfotografie sein kann. Es gehört viel Geduld und das Beherrschen der Kameraausrüstung dazu, um im richtigen Moment den Auslöser zu betätigen.
Naturfotografie-Workshop auf Fischland-Darß-Zingst

Ganz praktisch: Wie ist der Workshop organisiert und was gibt es zu beachten?

Der Fotoworkshop beginnt am Freitagnachmittag mit einem theoretischen Teil. Es werden die organisatorischen Dinge geklärt, sowie das Verhalten und die Kameraeinstellungen während des Ansitzes besprochen. Anschließend erfahren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die größten einheimischen Greifvögel - die Seeadler. Als Landeskoordinator für den Seeadler in der Projektgruppe Großvogelschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern werde ich den Teilnehmern viel Wissenswertes über die Seeadler, die Verbreitung, den Bestand und Besonderheiten im Land vermitteln.Am Samstagmorgen geht es sehr zeitig los, denn schon vor Sonnenaufgang müssen wir die Fotohütten bezogen haben, damit die Adler nicht sehen, dass wir in die Hütten gehen. Der Ansitz dauert dann circa bis 16 Uhr. Für den Tag sollte also genug zu essen und zu trinken mitgebracht werden, auch auf ausreichend warme Kleidung sollte man achten. Stühle und Sitzkissen befinden sich in den Fotohütten. Die Fotografen müssen lediglich Stativ, Kamera, Teleobjektiv und Kabelauslöser mitbringen.

Worauf freuen Sie sich?

Ich freue mich immer auf die unterschiedlichen Teilnehmer der Workshops. Vom Anfänger bis zum Profifotografen in der Tierfotografie habe ich schon alle als Teilnehmerbegrüßen können. Dabei ist es spannend für mich die Bandbreite der unterschiedlichen Voraussetzungen zu bedienen. Und dann ist es letztlich auch für mich interessant, welche Fotoergebnisse erzielt werden. Seeadler zu fotografieren ist schließlich fast das schwierigste in der Tierfotografie, da Adler sehr gute Augen haben und natürlich jede kleinste Bewegung wahrnehmen. Würde man das Adlerauge mit dem Menschenauge vergleichen, so könnte ein Seeadler auf ungefähr 100 Meter Entfernung Zeitung lesen!

Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Mit Zingst fühle ich mich sehr verbunden. Meine erste Fotoausstellung hatte ich vor vielen Jahren in Zingst und seit einigen Jahren bin ich als Referent der Fotoschule Zingst tätig. Als ehrenamtlicher Nationalparkwart im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und ehrenamtlicher Vogelwart auf der Vogelschutzinsel Kirr bin ich hier vor Ort sehr viel unterwegs.

 

Das Umweltfotofestival in Zingst hat für mich große Bedeutung, denn ich treffe dort viele Kollegen aus dem In- und Ausland zum Austausch und zur Inspiration für meine weitere Arbeit als Naturfotograf. Dieses Jahr war das Festival ein besonderer Höhepunkt, denn wir haben als Regionalgruppe der Gesellschaft für Naturfotografie e.V. (GDT) eine Multivisionsshow zeigen dürfen. Die Show zeigt die unterschiedlichen Sichtweisen der Fotografen in unserer Gruppe.

Dieser Fotoworkshop "Wildlife-Safari zu den Seeadlern" richtet sich an alle naturbegeisterten Fotografen. Hier gibt es die Möglichkeit den Fotoworkshop zu buchen. Mehr Informationen zum aktiven Fotoherbst in Zingst gibt es auf der Internetseite des Ostseeheilbades Zingst: www.zingst.de

Alle Bilder  ©  Mario Müller

Das Interview führte Nina Hesse

Hier gibt es eine Auswahl an Bildergebnissen von Workshop-Teilnehmern

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