Fünf Fragen an den Kurator
09.02.2020

Fünf Fragen an den Kurator

Klaus Tiedge verrät seine drei Tipps, warum man dieses Festival auf keinen Fall verpassen sollte.

horizonte zingst: Wie sind Sie vor 13 Jahren auf die Idee gekommen ein Umweltfotofestival zu machen?

Klaus Tiedge: Wir suchten, nachdem die Idee geboren war,  ein neues Fotofestival zu gestalten, ein zentrales Thema. Bei den Lösungsansätzen ging es auch um die Frage nach der Kompetenz. Bildjournalismus? Mode? Porträt? Akt? Kunst? Grundsätzlich konnten wir uns alles vorstellen; denn in unseren Workshop-Angeboten, die es bereits gab, hatten wir in allen genannten Bereichen bereits Aktivitäten vorzuweisen. Zugespitzt auf die Suche nach dem, was man so gern  „Kernkompetenz“ nennt, ergab sich unter dem Motto „das Gute liegt so nah“ die ebenso einfache, wie logische Konsequenz: Unser Thema ist – schon aus Gründen der landschaftlichen Gegebenheiten –  die Natur. Der Folgeschritt, der sich daraus ergab, war mutig; denn vor 13 Jahren war das noch nicht selbstverständlich. Wer „Natur“ meint, muss „Umwelt“ sagen. Die Prognose, dass die Umweltthematik kein Randereignis bleiben würde, sondern in der Mitte ankommen wird, hat sich mehr als bestätigt.

Was ist das Besondere an diesem Festival?

Das Umweltfotofestival »horizonte zingst« ist ein Festival mit programmatischer Ausrichtung.  Allerdings ist das Event nicht monothematisch ausgelegt. Es ist das sogenannte „Zingster Spektrum“, das den Erfolg ausmacht. Da sind Ausstellungen mit einem weitgefächerten Themenspektrum, die hochinteressanten Multimediashows, das Workshop-Programm der Fotoschule Zingst und nicht zuletzt der überaus erfolgreiche Fotomarkt Zingst. Die Mischung macht´s.

Welchen Schwerpunkt haben Sie in diesem Jahr gesetzt?

Nachdem wir die Artenvielfalt, den Klimawandel, die Plastikvermüllung der Meere zum Thema gemacht haben, rücken wir in diesem Jahr den Wald als wahrhaft brennendes Thema mit Ausstellungsakzenten in den Fokus.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr besonders? Haben Sie eine persönliche Lieblingsausstellung?

Ich glaube, dass wir wieder ein wunderbares thematisches Spektrum gestalten können. Besonders am Herzen liegt mir naturgemäß die Ausstellung am Strand, nicht zuletzt weil sich dabei auch ein lokaler Bezug ergibt und der Mensch im Mittelpunkt steht. Der Titel lautet: „Die letzten ihrer Zunft“, ein Fotoprojekt von Franz Bischof und Jan Kuchenbecker.

Was sind Ihre drei Tipps, warum man dieses Festival auf keinen Fall verpassen sollte?

Ich würde mir als erstes einen interessanten Workshop aussuchen, dann empfehle ich den „Ausstellungsmarathon“ (20 Bilderschauen) und zum Abschluss des Tages die große Party am Strand mit der Bilderflut. Wer sich darauf einlässt, dem garantiert das Umweltfotofestival »horizonte zingst« ein großartiges Erlebnis.

Copyright Titelbild: Anke Großklaß

Collage: Fotografie Zingst mit den Bildern von Jan Kuchenbecker und Franz Bischof

Das Interview führte Nina Hesse

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