Interview mit Tim Flach
30.05.2018

Interview mit Tim Flach

Tim Flach reiste rund um die Welt zu den bedrohten Tieren. In einem Interview erzählt er, was er dabei erlebt hat, welche Ziele er mit dem Projekt »In Gefahr – bedrohte Tiere im Porträt« verfolgt und was ihn nachhaltig beschäftigt.

Wieviel Zeit hat das Projekt insgesamt in Anspruch genommen?
Tim Flach: Die Realisierung des Projektes »Endangered« dauerte zwei Jahre, so wie sechs Monate Recherche in der Vorbereitung zum Fotografieren.

Gab es im Prozess unvorhergesehene Begegnungen/ Erfahrungen?

Tim Flach: Ja, als ich auf dem tibetischen Plateau in der Yunnan Provinz den Yunnan Stumpfnasenaffen suchte (der mit den fülligen roten Lippen). Viele die wir sahen waren relativ weit weg, und so dachte ich, dass ich keinem nah genug kommen würde. Als ich jedoch einen Pfad entlang ging war plötzlich einer einfach dort auf dem Weg vor mir, und starrte mich direkt an. Ich machte ein Foto und das war's. Da hatte ich großes Glück genau die eine Aufnahme zu finden, welche ich suchte.

Vernissage und Interview mit Tim Flach auf dem Postplatz in Zingst.

Sie empfinden Naturschutz vor Ort als besonders wichtig. Wie kann das aussehen, und was kann jeder Einzelne tun um dazu beizutragen?

Tim Flach: Am wichtigsten ist es, die Menschen und ihre einheimischen Traditionen zu respektieren. Dann kann man verstehen, wie man sie darin unterstützt, ihre natürliche Umgebung wertzuschätzen, und wie sie ihrer Arbeit nachgehen können, während sie ihre Umwelt schützen. Das ist so der Schlüsselgedanke. Hinzu kommt, dass es wichtig ist Naturschutzvertreter aus der örtlichen Bevölkerung zu wählen, welche die Tiere und Biotope, die den Schutz brauchen, am besten repräsentieren.

Welches Schicksal hat Sie nachhaltig beschäftigt?

Tim Flach: Ironischerweise wäre das langfristig wohl der Mensch. Um unser Wohlbefinden zu schützen, müssen wir auch die Tiere wertschätzen, mit denen wir eine gemeinsame Herkunft teilen. In gewissem Sinne wird dies – mehr als die Naturgewalten, welche vorher das Sagen hatten – bestimmen, wie die Zukunft des Planeten aussehen soll. Nie zuvor war es so wichtig wie jetzt anzuerkennen, dass unser Schicksal mit dem dieser Arten und unserer Umwelt eng zusammenhängt.

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