Kinder an die Kamera
01.06.2019

Kinder an die Kamera

Auch die jüngsten Fotografen kommen beim Umweltfotofestival »horizonte zingst« groß raus.Gleich zwei Bilderschauen zeigen die Zukunft der Fotografie: Zum einen die Ausstellung „Kids & Cameras“, die aus einem Schülerprojekt mit drei regionalen Schulen entstanden ist, zum anderen die Ausstellung „Fotovision – So sehen wir die Welt“ des Fotoclubs Obersulm.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Kinder einen ganz eigenen Umgang mit dem Thema Fotografie haben und sie oft sehr „sportlich“ betreiben, ungewöhnliche Perspektiven nutzen, die Regeln der Bildgestaltung brechen aber unendlich Spaß  an den Ergebnissen haben. Alle zu bearbeitenden Themen beziehen sich auf Natur, Umweltschutz und Achtsamkeit. Die Schüler entdecken durch das praktische Arbeiten mit der Kamera die Freude an der Fotografie, bekommen Grundlagenwissen der Kameratechnik vermittelt und setzen Ihre eigene Kreativität um.

Das Schülerprojekt „Kids and Cameras“ vereint, die Arbeiten des Schüler- und Jugendzentrums Zingst, des Schulzentrums Barth und der Freien Schule Prerow.  Während des Schuljahres 2018/2019 arbeiteten die Kinder an unterschiedlichen fotografischen Themen, mit dem Ergebnis einer gemeinsamen Open Air-Ausstellung in der Jordanstraße.

Volker Grünwold begleitete als langjähriger Referent der Fotoschule Zingst die Projektarbeit an den drei Schulen und kommt zu dem Schluß: „Ohne Hilfestellung geht es nicht. Kinder sehen oft was wir als Erwachsene nicht sehen und das macht die Fotografie mit den Kids so spannend". Aufgabe ist es, den Kindern die Wichtigkeit von Natur- und Umweltschutz zu vermitteln und anhand der Fotografie zu zeigen, was es zu bewahren gilt.

Finissage der Ausstellung der Jugendgruppe des Fotoclubs Obersulm.

Überzeugen konnte das technische Knowhow des Fotoclubs Obersulm, dessen 35 jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird. Kurator Klaus Tiedge bekräftigte während der heutigen Finissage im Hotel Meerlust, „dass es so eine starke Jugendgruppe selten gegeben habe.“ Über 1.600 Besucher sahen die Ausstellung, die von den Jugendlichen sieben Monate lang intensiv vorbereitet wurde: dazu zählen Fotoworkshops und Exkursionen mit den Jugendlichen, genauso wie ihre Einbindung in die Bildauswahl, die Gestaltung des Logos, die Namensfindung für die Ausstellung, Porträtshootings der 13 beteiligten Jugendlichen und die Erstellung eines Ablaufplans für die Dauer des Aufenthalts in Zingst, der eine tägliche Foto-Challenge beinhaltete. Jürgen Reich, seines Zeichens Präsident des Deutschen Verbands für Fotografie e.V (DVF), betonte, wie wichtig es sei, dass die Jugend in der Fotografie-Szene nachrücke und man ihr dafür auch einen Platz einräume. Ihn überzeugten die gezeigten Bilder auf Grund ihrer hohen Qualität und der fotografischen Herangehensweise:„Man sieht Ideen, die hinter den Bildern stecken“.

Aufgeschrieben von Nina Hesse

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