Klaus Tiedge über das Umweltfotofestivals »horizonte zingst«
05.03.2019

Klaus Tiedge über das Umweltfotofestivals »horizonte zingst«

Vor 12 Jahren stand Klaus Tiedge an der Wiege des Umweltfotofestivals »horizonte zingst«. Als Denker und Lenker hat der Kurator die inhaltliche Ausrichtung des Festivals entscheidend mitbestimmt und in die richtigen Bahnen gelenkt, so dass das Festival inzwischen eine internationale Wirkung erzielt.

In diesem Jahr hat Klaus Tiedge mit der Auswahl der Ausstellungen wieder ein faszinierendes Themenspektrum zusammengestellt, dessen Schwerpunkt die Themen sind, die sich mit der Orientierung an Aspekten der Umwelt verbinden. Das sind: Die Probleme des Klimawandels, die Gefahr der Plastikvermüllung der Meere, die Schutzbedürftigkeit der Arten und die kulturelle Vielfalt.

Im Interview erzählt Klaus Tiedge mehr über die grundsätzliche Ausrichtung des Festivals:

Was bedeutet Ihnen ganz persönlich die Fotografie?

Für mich ist die Fotografie ein wunderbares Medium, alle Phänomene der Welt sichtbar zu machen. Fotografie vermag zu dokumentieren, sensibilisieren und emotionalisieren. Selbst in der Flut belangloser Bilder steckt ein hohes Maß an Wirklichkeitsschilderung. In der kreativen Anwendung durch Meister mit der Kamera entstehen Bildwerke von bewegender künstlerischer Aussagekraft.

Welche kuratorischen Grundsätze sind für die Auswahl der Ausstellungen entscheidend?

Bei der Suche nach der Balance zwischen Kommunikation und Kunst kommt es mir darauf an, die Wirkung auf den Betrachter auszuloten. Bilder sind für mich kein Selbstzweck, sondern haben eine Aufgabe zu erfüllen. Diese vermag in der Vermittlung bedeutsamer Inhalte liegen oder auch auf die ästhetische Beeindruckung konzentriert sein. Meine Vorgehensweise ist als „journalistisch“ zu betrachten. Bei der Suche nach Fotografien für Ausstellungen geht es nicht darum, dies aus der eigenen Erkenntnis heraus zu machen, sondern ein Ergebnis umfassender Recherche zu präsentieren. Die Kontakte zu Medien mit Bildkompetenz stehen dabei immer am Anfang der Suche nach sehenswerten Bildern. Am Ende der Betrachtung läuft es immer auf die Erkenntnis heraus: Die Mischung macht’s!

In diesem Jahr hat das Festival einen Schwerpunkt, welchen und warum?

Das Umweltfotofestival »horizonte zingst« hat den im Titel verankerten thematischen Ansatz zu erfüllen. Klimawandel, Plastikvermüllung der Meere und Beiträge zum Artenschutz stehen deshalb im Zentrum des Ausstellungsspektrums. Begleitend wird wieder ein Kanon von weitgefächerten Inhalten aus der gesamten Bandbreite fotografischen Bildschaffens gezeigt. »horizonte zingst« ist ein Fest sehenswerter Fotografie. Zingst öffnet die Augen.

Worauf freuen Sie sich beim diesjährigen Umweltfotofestival »horizonte zingst« besonders?

Ich freue mich, wie jedes Jahr, in erster Linie, auf die Begegnung mit Fotofreundinnen und Fotofreunden aus der ganzen Welt vor dem Hintergrund bewegender Bilder. Natur, Kultur, Fotografie sind die Werte, die im Zusammenwirken das Festival zum Erlebnis machen.

Welche Erlebnisse während des Festivals sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?

Ganz schön schrecklich war es, als wir – gottlob vor der Vernissage – darauf aufmerksam gemacht wurden, einige abstrakte Bilder – von einem Künstler, der nicht genannt werden möchte – verkehrt herum aufgehängt zu haben. Zu den schönsten Erlebnissen gehört immer wieder, Fotografen mit denen es bereits seit Jahren Formen der Zusammenarbeit gibt, endlich einmal persönlich zu treffen. Wenn sich Mensch und Werk dann auch noch als Einheit erweisen, entstehen besondere Glücksgefühle.

Bitte vervollständigen Sie den Satz: „Der Spirit of Zingst ist für mich […]

[…]wenn abends bei der „Bilderflut“ auf der XXL-Leinwand Fotografie von einem begeisterten Publikum gefeiert wird.“

Nina Hesse

Fotoausstellungen/Buchverkauf +49 38232 165126 nina.hesse@zingst.de

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