Leica präsentiert Nomi Baumgartl – Blick des Adlers
30.07.2020

Leica präsentiert Nomi Baumgartl – Blick des Adlers

Das Projekt zeigt die globalen Zusammenhänge und die Folgen des Klimawandels in Europa.

Nomi Baumgartl ist eine international renommierte freie Fotografin. Sie lebt in Murnau am Staffelsee und arbeitet weltweit an ihren Projekten, mit denen sie das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur sichtbar macht – eine Hommage an die Schöpfung. Ihr jüngstes Projekt heißt „Eagle Wings-Protecting the Alps“ und zeigt, wie im Rekordtempo – ausgelöst durch den Klimawandel – die Gletscher der Alpen verschwinden. Die Bilder dieses Konzepts vereinen fotografische und künstlerische Aufnahmen. Nomi Baumgartl liefert mit ihrer Leica Kamera die Bilder vom Boden aus, hinzu kommen die Bilder des Seeadlers Victor. Ergänzt wird diese Perspektive wiederum von der wissenschaftlichen Dokumentationen aus dem Weltall. 

Über die Entstehung, die Besonderheit und die Aussage des Projekts spricht Nomi Baumartl im Interview:

horizonte zingst: Wie entstand die Idee zu dem Projekt „Eagle Wings-Protecting the Alps“?

Nomi Baumgartl: Das große Pionierstück für „Eagle Wings“ sind zwei vorhergehende Projekte: Zum einen die „Arktis Message“ an der ich von 2009-2010 im Polarkreis gearbeitet habe, um auf die globalen Zusammenhänge des Klimawandels aufmerksam zu machen. Zum anderen das „Stella Polaris“-Projekt, das ich von 2011-2013 initiiert habe, ein international aufgebautes Fotokunst und Filmprojekt über das verschwindende Eis Grönlands. Der Klimawandel hat mich also über Jahre, im Raum des Polarkreises bewegt, bis ich seine Auswirkungen 2016 auch vor der eigenen Haustür vorgefunden habe. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass für die meisten Menschen der Polarkreis weit weg ist, frei nach dem Motto: es betrifft ja nicht uns. Aber meine gewonnene Erkenntnis – dass alles miteinander zusammenhängt – hat mir die Augen geöffnet für das wilde Herz in Europa, die zentralen Alpen. Die Alpen sind das Fieberthermometer für die Erde. Folgerichtig habe ich das Projekt „Eagle Wings-Protecting the Alps“ initiiert und auf drei Ebenen ausgebaut, um das Bewusstsein zu schärfen, wie wir unseren persönlichen Fußabdruck reflektieren können. Als Credo für „Eagle Wings“ haben wir eine alte Weisheit der Irokesen gewählt: „Wir müssen den Blick des Adlers einnehmen, um für die nächsten Generationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ 

Worin liegt seine Einzigartigkeit?

Die Einzigartigkeit liegt in dem Zusammenspiel von drei ganz unterschiedlichen Ebenen:

1. Ebene: Ich vertrete als Fotokünstlerin das begrenzte Menschenauge und ich verstehe mich als das Bodenpersonal für den Adler.

2. Ebene: Der Adler steht für die Natur, ausgestattet mit einer Kamera liefert er Bilder aus seiner Perspektive.

3. Ebene: Die deutsche Luft-und Raumfahrt / ESA liefern die Bilder aus dem Weltall und den wissenschaftlichen Background.

Die Vision und Mission des Projekts ist es, Menschen zu berühren und zu erreichen, das geht aus meiner Sicht in der Kombination von Emotionen und Informationen. Hierzu gibt es ein Zitat von Prof. Dr.  Michael Rast, dem Senior Adviser der ESA : „Wir haben die Informationen und Eagle Wings hat die Emotionen.“

Welchen Herausforderungen sind Sie dabei begegnet auch in Bezug auf Ihre fotografische Arbeitsweise?

Was die fotografische Arbeitsweise betrifft, sind die Herausforderungen – bedingt durch physische Grenzbereiche im alpinen Gelände in Verbindung mit dem künstlerischen Anspruch – sehr hoch. Bis jetzt hatte ich das Glück sie mit viel Unterstützung meistern zu dürfen. Die Gletscher zu begleiten, ja sie sogar zu verabschieden, ist auch eine dokumentarische Arbeit über einen langen Zeitraum. Dabei immer wieder mit dem Licht zu arbeiten, die Details und das große Ganze so zu belichten, dass es die Menschen berührt, ist wohl die größte fotografische Herausforderung.Ein Beispiel ist der Rhone-Gletscher, den ich 2016 im Zeitraum von einer Woche aus allen mir zugänglichen Perspektiven fotografiert habe. Genau nach drei Jahren bin ich zurückgekommen und was ich als Bild vorfand, sah aus, als wäre ich mindestens nach zehn Jahren zurückgekommen. So geht es mir auch mit anderen Gletschern. Ich kann nur hoffen, dass mir die eigene Zeit reicht, um als Augenzeugin das Projekt weiter zu begleiten und mit kraftvollen Bildern die Botschaft weiter zu tragen.

Was verbinden Sie mit dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Jedes Mal wenn ich zum Festival nach Zingst reise, freue ich mich riesig , denn das Umweltfotofestival in Zingst hat wirklich neue Horizonte geschaffen und einen internationalen Stellenwert erreicht. Und eine weitere Freude ist, dass ich Freunde und Weggefährten wiedersehe, allen voran Kurator Klaus Tiedge – mit seiner Stimme und seinem Herzschlag für die Fotografie.

 

Titelbild © Nomi Baumgartl

Das Interview führte Nina Hesse per E-Mail

Und da die Ausstellung „Eine Augenweide – schön zu sehen, gut zu wissen“ in Zusammenarbeit mit dem Premiumpartner Leica entstanden ist, wollten wir wissen, was das Unternehmen mit der Fotografie in Zingst verbindet.

Bereits 2002 fand der erste Leica Akademie Fotoworkshop in Zingst statt, woraus eine enge Partnerschaft mit der Fotografie in Zingst entstanden ist. 2012 eröffnete die Leica Boutique im Max Hünten Haus Zingst und im darauffolgenden Jahr die Leica Galerie Zingst in dem historischen Bahnhofsgebäude. Die feierliche Eröffnung der Galerie fand damals im Rahmen des Umweltfotofestivals »horizonte zingst« statt. Darüber hinaus ist das Fotofestival ein fester Bestandteil des jährlichen Leica Eventkalenders.

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