„Meine Neugier und die Kamera bringen mich immer wieder an faszinierende Orte“
23.01.2020

„Meine Neugier und die Kamera bringen mich immer wieder an faszinierende Orte“

Vom »Neuen BFF-Förderpreis 2018« direkt in die Epson Digigraphie Galerie Zingst. Der Student Jan Richard Heinicke macht es vor und stellt im Frühjahr 2020 in Zingst aus.

Eine Farm auf dem Dach eines Einkaufszentrums, Begegnungen mit Affen oder während eines tropischen Regenschauers auf einem Berg unweit von Singapur stehend.Von solchen Erlebnissen weiß Jan Richard-Heinicke zu berichten.Denn er hat sich in Singapur auf die Suche nach Orten gemacht, an denen die Natur Einzug in den Stadtraum gehalten hat. Mit seinen Fotos konnte der Student die Jury des Epson-Digigraphie Wettbewerbs überzeugen und verrät im Interview wie er das Projekt angegangen ist:

horizonte zingst: Bitte beschreiben Sie Ihren fotografischen Werdegang.

Jan Richard Heinicke: Nach einer deutsch-französischen Schulausbildung in Bochum studierte ich fünf Jahre lang Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität Dortmund. Das Studium ermöglichte mir, viel Zeit im Ausland zu verbringen. Währenddessen hatte ich stets meine Kamera dabei und näherte mich meinen Studienobjekten nicht nur auf wissenschaftliche, sondern auch auf fotografische Art und Weise. Nach dem Abschluss meines Studiums ging ich für mehrere Monate nach Südamerika. Während dieser Zeit verstärkte sich der Wunsch Fotojournalismus zu studieren, woraufhin ich mich 2015 an der Hochschule Hannover einschrieb. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Themen rund um die Landwirtschaft, Ernährung und neue Technologien, sowie das Verhältnis von Mensch und Natur.

Wie sind Sie auf die Idee zu dem Projekt „Natur im Stadtraum“ gekommen?

Singapur ist für mich ein Ort, an dem vieles passiert, was mich sehr interessiert. Das Thema, welches ich vor Ort bearbeitet habe, ist sehr stadtplanerisch, wagt aber auch Prognosen für die Zukunft. Dieser Blick in ein mögliches Zukunftsszenario hat mich sehr gereizt. Das Thema hat mich nicht nur auf fotografischer Ebene interessiert sondern auch persönlich, da ich mich privat sehr viel mit Gartenbau und Selbstversorgung beschäftige.

Wie haben Sie passende Orte in Singapur gefunden?

Ich nähere mich meinen Themen stets sehr analytisch. Zunächst habe ich versucht das große Oberthema zu finden und daraus ein konkretes Projekt abgeleitet. Mir ist aufgefallen, dass sehr viele der sogenannten Megacities in der gleichen klimatischen Zone wie Singapur liegen und in Zukunft vor ähnlichen klimatischen Herausforderungen stehen werden: dazu gehören steigende Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit. Da der Stadtstaat sehr wohlhabend ist, fand ich es interessant zu sehen, wie die Verwaltung und die Zivilbevölkerung hier die Herausforderungen angehen. Dazu bin ich über verschiedene Reportagen, soziale Netzwerke und persönliche Kontakte auf die einzelnen Projekte und Personen gestoßen.

Welche Situationen/Begegnungen in Singapur sind Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Eine Farm auf einem Einkaufszentrum, Begegnungen mit Affen auf abgelegenen Pfaden, Zugang zu Dächern von Wohnkomplexen finden, während eines tropischen Regenschauers von einem Berg über die Stadt schauen … Das sind alles Orte, die für viele Leute nicht die erste Adresse wären, aber meine Neugier und die Kamera bringen mich immer wieder an Orte, die mich faszinieren und mir persönlich mehr geben als das bloßen Ablaufen von vermeintlichen Attraktionen.

Was ist kennzeichnend für Ihre fotografische Handschrift?

Ich nähere mich meinem Thema stets mit einer gewissen Distanz und Neutralität, die sich auch in meiner Fotografie niederschlagen. Ich versuche meine Motive so neutral wie möglich zu fotografieren, damit ich keine Wertung vorweg nehme. Meine Haltung artikuliert sich am Ende durch die Bildauswahl. Diese Art der Fotografie soll den Betrachter dazu einladen die gesehenen Orte selbst zu erkunden und eigene Schlüsse zu ziehen.

Ein Blick in die Zukunft – Was ist als nächstes geplant?

Ich nähere mich meinem Thema stets mit einer gewissen Distanz und Neutralität, die sich auch in meiner Fotografie niederschlagen. Ich versuche meine Motive so neutral wie möglich zu fotografieren, damit ich keine Wertung vorweg nehme. Meine Haltung artikuliert sich am Ende durch die Bildauswahl. Diese Art der Fotografie soll den Betrachter dazu einladen die gesehenen Orte selbst zu erkunden und eigene Schlüsse zu ziehen.

Last but not least – Was verbinden Sie mit Zingst?

Ich war bereits häufiger in Zingst – die Abgeschiedenheit und die Lage am Meer haben mir stets sehr gut gefallen. Vor zwei Jahren während des Workshops zum »Neuen BFF-Förderpreis« stand ich das erste Mal in meinem Leben an einem Strand, nachdem es stark geschneit hatte: ein surrealer Moment. Ich war bereits häufiger in Zingst – die Abgeschiedenheit und die Lage am Meer haben mir stets sehr gut gefallen. Vor zwei Jahren während des Workshops zum »Neuen BFF-Förderpreis« stand ich das erste Mal in meinem Leben an einem Strand, nachdem es stark geschneit hatte: ein surrealer Moment.

 

Die Ausstellung „Natur im Stadtraum“ ist vom 25.01. bis 08.05.2020 in der Epson-Digigraphie Galerie Zingst zu sehen und wird in Anwesenheit des Fotografen Jan Richard Heinicke am 05.03.2020 um 19:00 Uhr eröffnet.

Partner der Ausstellung: Epson

Alle Bilder ©  Jan Richard Heinicke

Das Interviwe führte Nina Hesse

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