Naturfotograf Florian Smit in Zingst
21.02.2020

Naturfotograf Florian Smit in Zingst

"Ich möchte zeigen welche Wunder im tiefen Regenwald verborgen liegen und wie schützenswert dieser Lebensraum ist."

In seiner Multivisionsshow "Borneo – auf den Spuren eines Paradieses" zeigt Florian Smit gemeinsam mit Lisa Marie Schauer einzigartige Eindrücke der Insel Borneo: von der Schönheit magischer Orte, einer faszinierenden Tierwelt bis hin zu den verheerenden Folgen der Palmölindustrie.

Im Interview verrät uns Florian Smit welchen Herausforderungen er im Dschungel begenet ist, was ihn besonders beeindruckt hat und was die Zuschauer seiner Multivisionsshow erwartet:

horizonte zingst: Wie sind Sie zur Fotografie gekommen und warum schlägt ihr Herz besonders für die Naturfotografie?

Florian Smit: Ich fotografiere bereits seit meiner frühesten Kindheit. Damals war ich gemeinsam mit meinen Eltern im selbstausgebauten Unimog auf vielen Reisen durch Europa unterwegs. Mein Vater hat immer fotografiert und das wollte ich dann natürlich auch. Angefangen habe ich mit etwa acht Jahren noch analog. Meine erste Kamera war eine EXA 1b.Mit der Zeit wurde die Fotografie zu meiner größten Leidenschaft, sodass ich 2012 eine Ausbildung zum Fotografen begonnen habe. Obwohl ich während dieser Zeit mit Architektur- und Landschaftsfotografie vorliebnehmen musste, stand für mich damals schon fest, dass ich mich ausschließlich der Naturfotografie widmen möchte.Gemeinsam mit meiner Freundin Lisa, die ich bereits seit über 10 Jahren kenne, habe ich dann den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Seitdem bin ich freiberuflicher Naturfotograf, setzte weltweit Fotoprojekte um, schreibe für Fachmagazine und berichte gemeinsam mit Lisa über unsere Abenteuer. In meinem Fotoworkshop gebe ich meine Faszination für die Naturfotografie an die Teilnehmer weiter, indem ich ihren Blick für die Schönheit der Natur schule und ihnen das Werkzeug – die  Kamera – mit seinen unzähligen Möglichkeiten näherbringe.

Welchen (fotografischen) Herausforderungen sind Sie auf Borneo begegnet? Gibt es Anekdoten von der Reise?

Haben wir uns bisher immer innerhalb der europäischen Grenzen bewegt, so wuchs in uns beiden schon seit frühester Kindheit eine Faszination für den Dschungel und den Regenwald heran. Und so stand für uns beide schnell fest, dass wir diese Wunderwelt mit eigenen Augen sehen und erleben wollen. Ich hatte mir Borneo als das fotografische Paradies vorgestellt. Insekten und Tiere überall und leicht zu finden, eine wahre Flut der Artenvielfalt. Lisa und ich mussten dann aber schnell feststellen, dass sich die Urwaldbewohner, entgegen unserer naiven Vorstellung, nicht direkt auf den ersten Blick entdecken lassen und das auch hier viel Geduld und eine große Portion Glück dazu gehören.Fotografisch sind die Lichtbedingungen im Regenwald eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Ich fotografiere zwar gerne im sanften und diffusen Licht. Im dichten Urwald ist dies jedoch kaum möglich. Nur selten schaffen es die Sonnenstrahlen durch das dichte Blätterdach hindurch und während der Mittagszeit wird das Licht dann viel zu hart. Man hat also jeden Tag wirklich nur wenige Minuten, in denen das Licht tatsächlich passt. Eine weitere Herausforderung sind die Makaken. Diese Affenart ist auf Borneo und Java weit verbreitet und stark an den Menschen gewöhnt. Die Tiere sind besonders neugierig und aufgeweckt. Vor allem Lisa hatte oft unter den frechen Aktionen der kleinen Affen zu leiden – verschwundene Socken, Umzingelungen und zum Schluss ein geklautes Objektiv .

Gab es eine Begegnung, die sie nachhaltig besonders beeindruckt hat?

Unser absolutes Highlight der Reise waren die Zwergelefanten am Kinabatangan-River. Diese grauen „Zwerge“ haben uns tief beeindruckt und es war ein unfassbares Gefühl diesen Tieren so nahe zu kommen. Besonders faszinierend ist die Ruhe und Leichtfüßigkeit mit der die Elefanten durch das Unterholz streifen. Man kann sie kaum hören, selbst wenn sie nur wenige Meter entfernt sind.

Was erwartet die Besucher ihrer Multivisionsshow? Was möchten Sie den Besuchern vermitteln?

Unsere Reise beginnt auf der Insel Java, dort besuchen wir aktive Vulkane und alte Tempelanlagen bevor wir dann in die Geheimnisse der Regenwälder Borneos eintauchen – Orang-Utans, Elefanten, riesige Vögel und winzig kleine Insekten.Aber auch der Titel „Borneo – Überreste eines Paradieses“ ist bewusst gewählt, da wir auf der Insel nicht nur die schönen Seiten des Regenwaldes erleben durften, sondern auch über die vielen Probleme dort gestoßen sind. Besonders das Thema Palmöl hat uns vor Ort sehr nachdenklich gestimmt.Wir wollen aber nicht mit dem Finger auf andere zeigen, sondern vermitteln welche Wunder im tiefen Regenwald verborgen liegen und wie schützenswert dieser Lebensraum ist.

Gibt es ein Highlight, das Sie jetzt schon verraten können?

Wir freuen uns immer besonders darüber, dass jeder Besucher etwas aus der Multivisionsshow für sich mitnehmen kann und für jeden ein ganz persönliches Highlight dabei ist. Es ist immer wieder interessant im Anschluss mit den Menschen in Kontakt zu kommen und zu hören, welche unterschiedlichen Dinge die Zuhörer bewegt haben.

Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

In Zingst war ich zum ersten Mal im Jahr 2015, dort fand die Siegerehrung meines Gesellenstückes statt. Die Atmosphäre vor Ort hat meine Freundin und mich sehr begeistert. Ich durfte 2017 auch schon meine Ausstellung „Formen und Strukturen in der Natur“ im Kurhaus Zingst zeigen.

Lisa und ich freuen uns 2020 Teil des Umweltfotofestivals sein zu dürfen und sind gespannt auf die neuen Eindrücke, interessanten Gespräche und die Besucher. Bis dahin!

Florian Smit ist neben seiner Multivisionsshow „Borneo – Überreste eines Paradieses“ am 20.05.2020 auch mit dem Fotoworkshop „Faszination Naturfotografie“ vom 22.05 – 23.05.2020 auf dem Festival vertreten.

Alle Bilder © Florian Smit

Das Interview führte Nina Hesse per E-Mail.

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