Portfoliosichtung mit Anja Kneller und Andreas Kronawitt
30.04.2019

Portfoliosichtung mit Anja Kneller und Andreas Kronawitt

Wer den Schritt in die professionelle Fotografie wagt, braucht ein klares Profil, ein gutes Portfolio und einen starken Auftritt bei potenziellen Auftraggebern. Wie das geht, verraten Anja Kneller, Artbuyerin und Fotoredakteurin, und Andreas Kronawitt, Bildchef des Magazins Stern in ihrem gemeinsamen Workshop.

horizonte zingst: Für wen haben Sie den Workshop konzipiert?

Anja Kneller und Andreas Kronawitt: Für Fotografen und Fotografinnen, die sich schon als Profis etabliert haben und die ein professionelles Feedback auf ihre bestehende Präsentation suchen, die den professionellen Schritt wagen wollen, die aus Studium und Assistenz kommend noch an Ihrer Mappe feilen, sowie an engagierte Amateure mit professionellen Ambitionen.

Was steht bei Ihrem Workshop im Vordergrund?

Andreas Kronawitt: Die Frage, ob  sich aus den vorgelegten Arbeiten ein klares Profil ergibt, und damit verbunden die Überlegung, wie läßt sich die Präsentation im Hinblick auf ein starkes Profil optimieren.
Anja Kneller: Kernkompetenzen und Stärken der Teilnehmer sollen anhand der vorgelegten Arbeitsproben herausgearbeitet werden. Darauf aufbauend gilt es, eine Vision und die nächsten konstruktiven Schritte zu entwickeln. Das Feedback von Profis soll so stärken, dass jeder Teilnehmer einschätzen kann, auf welcher Stufe der Professionalisierung er steht. Diese Analyse ist ein wichtiger Schritt, um ein klares Ziel weiter zu entwickeln.

Welche Inhalte geben Sie den Teilnehmern mit?

Anja Kneller: Für angehende Profis ist es immer spannend, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können. Was erwartet der Kunde, was wird vom Markt gefordert? Daher ist es wichtig, ein professionelles individuelles Feedback zu den Arbeiten der Teilnehmer zu geben, mit Ihnen zu besprechen, ob sie im richtigen Genre der Fotografie unterwegs sind, sie auf optimale Portfoliostrukturen hinzuweisen, damit sie im Kopf des Betrachters bleiben. Gerne möchten wir Tipps und Anregungen für die nächsten Schritte bei der Vermarktung ihrer Arbeiten mit auf den Weg geben.
Andreas Kronawitt: Von meiner Seite aus eine Idee, was ein Fotoredakteur aus der Präsentation über den Fotografen erfährt. Das Herausarbeiten der persönlichen Stärken des Fotografen. Ideen für ein sinnvolles Edit. Welche Aspekte in der professionellen Beauftragung, neben einer eigenständigen und qualitativ hochwertigen Fotografie noch eine Rolle spielen. Vorschläge zu einer Optimierung der Präsentation.

Ganz praktisch: Wie ist der Workshop organisiert und was gibt es zu beachten?

Anja Kneller und Andreas Kronawitt: Wir führen zunächst ein klassisches Vorstellungsgespräch, wie es in einer Redaktion üblich wäre. Allerdings im Anschluss mit einem offenen Feedback auf die Präsentation, die Mappe, die persönliche Vorstellung. Die Analyse soll die Erwartungen einer Redaktion mit der des Fotografen abgleichen und eine Vorstellung vermitteln auf welche „Skills“ die Fotoredaktion wert legt und wie sich der Fotograf  dahingehend weiter entwickeln kann.
Es erfolgt eine Stärkenanalyse, eine Fokussierung auf die individuelle Qualität des Portfolios. wir werde danach etwas über die Erwartungen an die Fotografen von Seiten des Kunden berichten und warum es diese Erwartung gibt, damit sich ein Fotograf ein Bild machen kann, worauf es ankommt im Markt. Es werden dann die nächsten praktischen Schritte besprochen und dazu Tipps für eine individuelle Entwicklungsrichtung gegeben.

Worauf freuen Sie sich?

Andreas Kronawitt: Auf engagierte Fotografen, die interessiert sind, an einem Blick hinter die Kulissen, um zu verstehen wie der mögliche Auftraggeber „tickt“. Auf anregende Begegnungen und nicht zuletzt natürlich auf faszinierende Foto-Projekte.
Anja Kneller: Man sagt über mich, ich sei süchtig nach Bildern, das stimmt. Daher kann ich nie genug von Fotografie bekommen. Ich freue mich auf die unterschiedlichen Portfolios oder Arbeitsproben. Ich freue sehr auf engagierte Fotografen, die ihren Blick schärfen wollen, die offen sind für Optimierungen. Es wird eine konstruktive und lebendige Auseinandersetzung mit den Teilnehmern, das weiß ich schon jetzt.

Was verbinden Sie mit Zingst und dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Anja Kneller: Einerseits das Aufeinandertreffen von engagierten Amateuren und Profifotografen und die Möglichkeit, durch die Auseinandersetzung mit den Profis die eigene Handschrift hinter der Kamera zu verfeinern. Diese Konstellation macht Zingst zu etwas Einzigartigem für Fotobegeisterte.  Es dürfen gerne noch mehr professionelle Fotografen auf Zingst aufmerksam werden! Zingst ist der perfekte Ort für noch mehr Austausch oder Workshops aus der angewandten Fotografie. Der Profit für Amateure und Hobbyfotografen ist enorm. Große Namen Fotoszene sind in Ausstellungen vertreten, wow, gerne noch mehr davon!Und andererseits die Einbettung in eine herrliche Natur, die Nähe zum Meer, hier werden Umwelt und Fotografie im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar.
Andreas Kronawitt: Das Fotofestival »horizonte zingst« bietet eine wunderbar entspannte Atmosphäre, direkten Zugang, sozusagen im Vorübergehen, zu faszinierenden Fotoprojekten und die Möglichkeit, persönlich auf die Fotografen zu treffen, mit Ihnen in den Austausch zu kommen. Das Alles in einer der schönsten Küstenlandschaften Deutschlands.
 
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Das Interview führte Edda Fahrenhorst.

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