Von Seepferdchen, Wattestäbchen und Booten auf dem Trockenen
24.05.2019

Von Seepferdchen, Wattestäbchen und Booten auf dem Trockenen

Bei den beiden ersten Vernissagen des Festivals wurde vor allem auf den Einfluss des Menschen und des Klimawandels auf Gewässer in unserer Welt aufmerksam gemacht.

Mit seiner Arbeit „Das sterbende Tote Meer“ macht der Fotograf Moritz Küstner die Ursachen und Folgen einer Umweltkatastrophe verheerenden Ausmaßes sichtbar. Er gewann mit seinen Bildern über das immer weiter austrocknende Tote Meer den Epson Digigraphie-Wettbewerb 2019 und verdeutlicht auf vielschichtige Weise die prekäre Lage der Menschen in den Ländern, die an den See angrenzen. „Ein Symbolbild für das Problem ist das Bild vom Boot, das auf Sand steht, anstatt im Wasser zu treiben“, sagte Klaus Tiedge bei der Vernissage. Wasser ist in Israel, Palästina und Jordanien ein knappes Gut und dennoch arbeiten die Länder nicht an einer gemeinsamen Lösung, um das Austrocknen des Sees zu verhindern. Und das, so sagt Moritz Küstner, sei eins der größten Probleme. Er ist mit seiner Kamera in allen drei Ländern unterwegs gewesen und hat nicht nur das verschwindende Meer fotografiert, sondern auch die Menschen, die täglich mit den Auswirkungen zu kämpfen haben.

Um 19:00 Uhr fand dann die Vernissage der großen Strandausstellung „Vorsicht Plastik“ statt, die die Gefahren aufzeigt, die von der Plastikvermüllung der Weltmeere ausgehen. Die vom Magazin „National Geographic“ zur Verfügung gestellten Bilder, die jetzt auf dreimal drei Meter hohen Platten am Zingster Strand ausgestellt sind, setzten ein Zeichen gegen den gedankenlosen Umgang mit Plastik. „Aus der Thematik des Magazins ergeben sich äußerst logische Schnittmengen mit der Ausrichtung eines Umweltfotofestivals“, erklärt Kurator Klaus Tiedge die Zusammenarbeit mit dem Magazin. Jährlich gelangen rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll ins Meer, dieser wird für viele Meeresbewohner zur tödlichen Gefahr. Um etwas gegen dieses Problem zu unternehmen, können wir aber alle etwas tun, macht Sibo Heinken, der stellvertretende Chefredakteur von National Geographic, Mut: „Wir müssen kein Einwegbesteck kaufen. Wir müssen die Gurke, die ja schon eine Schale hat, nicht noch einschweißen lassen. Und wir müssen keine Schokolade kaufen, deren Stücke einzeln eingeschweißt sind. Man kann wirklich eine ganze Menge tun, um dieses Problem nicht noch schlimmer werden zu lassen“, befindet er.

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