Wetterfotograf Bastian Werner
05.11.2018

Wetterfotograf Bastian Werner

Seit September 2018 ist die Open-Air-Ausstellung "Zwischen Himmel und Erde – Wetterphänomene" des Fotografen Bastian Werner auf dem Postplatz in Zingst zu sehen. Im Interview verrät Bastian Werner spannende Details seiner Arbeitsweise.

Bastian Werner

Das Wetter geht uns alle an! Spätestens nach diesem Jahrhundertsommer 2018 und der damit verbundenen Dürre ist die Beobachtung des Wetters in der Interessenskala ganz nach oben gewandert. Auch in der Fotografie spielt das Wetter naturgemäß eine große Rolle - für den Fotografen Bastian Werner sogar die Hauptrolle, denn sein Thema sind Wetterphänomene. Obendrein bezeichnet er sich selber als passionierten Sturmjäger.

Passend also zur stürmischen Jahreszeit zeigt die Fotografie Zingst eine Open-Air-Ausstellung – produziert von ChromaLuxe auf dem Postplatz.

Zwischen Himmel und Erde – Wetterphänomene

Bastian Werner ist einer der bekanntesten Wetterfotografen Deutschlands, seinen Erfolg verdankt er seiner glühenden Leidenschaft für das Wetter. Dabei ist es seine Motivation, Wetterphänomene zu analysieren und vor allem: vorhersagen zu können. Schon oft ist er beim Fotografieren im Freien in gefährliche Situationen geraten und wurde vom Sturmjäger zum Gejagten. Im Interview erzählt Bastian Werner mehr über seine Arbeit, wie zeitintensiv und wichtig eine gute Vorbereitung ist und welche Wetterphänomene er in der Zukunft noch fotografieren möchte.

  • Wie lange hat es gedauert, sich das benötigte Fachwissen über die Meteorologie anzueignen, um es für Ihre Fotografie nutzen zu können?
    Neben den essentiellen Grundlagen, die ich mir in unzähligen Stunden angeeignet habe, endet das Lernen nie. Die Meteorologie ist unglaublich komplex und es gibt unendlich viele Möglichkeiten, nach denen Wetterphänomene auftreten können. Man kann das Wetter nie losgelöst von seiner Umgebung betrachten. Jede Region, jedes Tal, jede Bergkette hat seine eigenen, lokalen Besonderheiten. Für jede meiner Reisen in ein neues Gebiet muss ich mein Wissen erweitern. Jedes Motiv muss analysiert werden, gerade wenn es um lokale Phänomene wie Nebel oder Gewitter geht. Ich muss wissen, welche Position eine Burg an einem Berghang hat um zu wissen, wie sich kalte Luft in deren Umgebung verhält und wie sich demnach der Nebel herausbildet. Ich muss Windrichtungen in Taleinschnitten beachten, wenn ich auf einem Berggipfel über dem Nebel stehen möchte, oder Föhnmauern, die einen freien Himmel verdecken könnten. Auch gibt es Wetterphänomene, an die ich nicht einmal im Traum gedacht habe. Ein Regenbogen bei Nacht durch den Vollmond an einem Regenschauer. Das hatte ich noch nie gesehen, jetzt möchte ich es als Foto bekommen und muss mir entsprechend die Physik dieser Situation ansehen, so dass ich ebenjene vorhersagen kann.
  • Gab es gefährliche Situationen bei Ihrer bisherigen Arbeit?
    Natürlich. Nahe Blitzeinschläge, so dass ich die Hitze am Körper spüren konnte. Plötzliche Rotationen in der Wolke über meinem Kopf mit einem Antritt der Flucht, extrem große Hagelkörner im Niederschlag einer Superzelle, denen ich nicht mehr entkommen bin. Aber auch Eisflächen, die plötzlich nicht mehr tragen wollten, so dass ich auf allen Vieren weiterrutschen musste. Bäume, die mehrere Tage bei Minusgraden im Nebel stehen, setzen Tonnen von Raureif an. Besonders schön, jedoch neigen diese zum plötzlichen Einbrechen. Von solch einem Baum bin ich fast getroffen worden, nur Minuten nachdem ich weiter ging, brach er hinter mir zusammen. Eine Nacht musste ich im Auto verbringen, bis die Feuerwehr nach einem Orkan alle Bäume aus dem Wald geholt hatte und ich wieder den Berg hinab fahren konnte. Mein Portemonnaie mit samt seinem Inhalt hat sich bei 160km/h Orkanböen auf dem Brocken verstreut, weil mir der Orkan die Taschen aufgerissen hat. Und dann eben die üblichen Straßen im Gelände, bei denen man einfach hofft, dass das Auto es schafft.
  • Haben Sie Lieblings-Wetterphänomene, oder solche, die es werden könnten?
    Unzählige. Von Polaren Stratsophärenwolken bis hin zu den Blitzen in der Aschewolke eines Vulkanausbruchs. Aber eben auch Waldbrände. Diese stehen für diesen Sommer auf meiner Liste. Jedes Phänomen, welches sich in unserer Atmosphäre abspielt interessiert mich. Für die meisten muss man jedoch viel Geduld und Geld zum Reisen haben. Daher werde ich in meinem Leben noch viel zu tun haben.

Bastian Werner ist zudem als Autor tätig und hat bisher zwei Bücher herausgegeben, ein Lehrbuch zur Wetterfotografie, sowie einen ausstellungsbegleitenden Bildband. Erhältlich im Max Hünten Haus Zingst ist neben der Bücher zudem sein Kalender für 2019. Die Ausstellung »Zwischen Himmel und Erde – Wetterphänomene« ist vom 15.09.2018 bis 01.05.2019 auf dem Postplatz in Zingst zu sehen.

Anfrage nach Merchandise-Artikeln von Bastian Werner

Nina Hesse

Merchandising/Fotoausstellung +49 38232 165126 nina.hesse@zingst.de

Yvonne Ewert

Fotoservice/Zimmerbuchung +49 38232 165110 yvonne.ewert@zingst.de

Das Interview mit Bastian Werner führte Nina Hesse.

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