Wie man einem Braunbären begegnet
05.06.2019

Wie man einem Braunbären begegnet

In der Multivisionsshow "Wilde Braunbären in Mitteleuropa" berichten Christine Sonvilla und Robert Haasmann von ihren Erlebnissen und Erfahrungen, die sie während der Arbeit mit dem größten Raubtier Mitteleuropas sammeln konnten.

Wie das Zusammenleben zwischen Menschen und Bären in Slowenien gelingt und welche bärenstarke Begegnung die Fotografen auch nachträglich tief beeindruckt hat, erzählt Robert Haasmann im Interview.

horizonte zingst: Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Robert Haasmann: Ich bin Jahrgang 1982, gebürtiger Salzburger und professioneller Fotograf. Ich fokussiere mich bei meiner Arbeit auf Landschaften, Wildtiere und Reisen. In meinen Projekten habe ich mich im Laufe der letzten Jahre intensiv der Dokumentation von Naturschutzthemen gewidmet.

Sind Sie fotografierender Reisender oder ein reisender Fotograf?

Mein Lebensstil ist momentan quasi nomadisch, also trifft sicher beides in einer gewissen Form zu. Seit vielen Jahren zieht es mich regelmäßig in die nördlichen Regionen unseres Planeten. Skandinavien und auch Alaska bilden dabei einen Schwerpunkt meiner Arbeit. Seit 2016 ist Neuseeland als Projekt hinzugekommen. Ich habe das Glück, dass ich meine Leidenschaft, das Reisen mit meinem Beruf, der Fotografie, vereinen kann.

Was erwartet den Besucher bei Ihrer Multivisionsshow?

Auf jeden Fall viele Bären und spannende Geschichten. Wir geben einen Einblick in die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir in den drei Jahren während der Arbeit mit dem größten Raubtier Mitteleuropas sammeln konnten.Es geht dabei nicht nur um das Leben der Bären, sondern auch um das Zusammenleben mit dem Menschen. Denn es sind keine menschenleeren Wildnis Regionen in denen die Tiere in Slowenien leben. Die Menschen leben mit ihnen, betreiben Landwirtschaft und nutzen den Wald. Und es funktioniert angesichts der großen Bärendichte erstaunlich gut mit teils einfachen Lösungen.

Gibt es besondere Highlights, die Sie jetzt schon verraten können?

Eines meiner Highlights über das ich berichten werde, war die Begegnung mit einem Bären während der Fotopirsch. Ich stand ihm an einer Wasserstelle direkt gegenüber und wir hatten für einen kurzen Moment Blickkontakt bevor er wieder weiterzog.Ein weiteres Highlight war die erste Begegnung mit einer Bärenmutter samt ihrem neugeborenen Nachwuchs. Christine konnte dabei einige tolle Momente zwischen der fürsorglichen Mutter und dem kleinen Bären festhalten.

Was ist charakteristisch für Ihre fotografische Arbeitsweise?

Um Aufmerksamkeit für die Thematik zu generieren, sind wir mit dem Vorsatz losgezogen, spezielle Fotos zu erarbeiten. Mit hochauflösenden Weitwinkel-DSLR-Fotofallen-Bildern sind dabei Einblicke in das Leben der Bären entstanden, die es so aus Mitteleuropa bisher noch nicht gab. Die Bären in ihrem europäischen Lebensraum zu zeigen war eines unserer großen Anliegen.

Worauf freuen Sie sich bei der Veranstaltung am meisten?

Auf die Atmosphäre, auf spannende Gespräche und natürlich darauf die Geschichte unserer Arbeit zu erzählen.

 

Und last but not least: Was verbinden Sie mit Zingst / dem Umweltfotofestival »horizonte zingst«? 

Ich habe das Festival 2011 das erste Mal besucht. Die Ausdehnung des Festivals auf große Teile des Ortes hat mir sofort gefallen. Das hebt sich sehr erfrischend von vielen anderen Foto-Festivals ab. Es ist die Vielfältigkeit die „Zingst“ ausmacht. Man besucht eine Ausstellung, geht im Anschluss an den Darß fotografieren und am Abend sieht man sich eine Show an. Das ist einzigartig.

Tickets für die Multivisionsshow am 22.06.2019 sind noch zu haben.

Alle Fotos: Christine Sonvilla und Robert Haasmann

Das Interview führte Nina Hesse

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