Wolfgang Vogg im Interview
28.05.2019

Wolfgang Vogg im Interview

Seit dem Jahr 2015 reist der Dozent Wolfgang Vogg jedes Jahr mit einer Studentengruppe der Graphischen" (Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt) aus Wien nach Zingst.

Auch in diesem Frühjahr waren die STudenten bereits einmal zu gast in Zingst, um an der Bildauswahl und der Konzeption ihrer Ausstellung zu arbeiten. Tatkräftigt unterstützt wurden sie dabei von dem Fotografen Lars Borges, der ihnen darüber hinaus einen Ausblick auf den Berufsalltag eines Fotografen gewährte.Heute war es dann endlich Zeit die Lorbeeren zu ernten und die Ausstellung Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" in der Panzerhalle zu eröffnen. 

Im Interview erzählt Wolfgang Vogg,warum jedes Jahr gerne wieder nach Zingst reist:

horizonte zingst: Bitte stellen Sie sich und Ihre Aufgaben an der Höheren Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien kurz vor.

Nach einem Studium der Kunstgeschichte und der klassischen Archäologie an der Universität Wien; lehre ich seit Dezember 1985 an der „Graphischen", der größten Ausbildungsstätte für Fotografie, Grafikdesign, Multimedia und Printmedia in Österreich. Zunächste unterrichtete ich ausschließlich Kunstgeschichte, danach auch Ästhetik und Kulturphilosophie, Mediengestaltung und Projektmanagement. Seit 1987 bin ich Studienkoordinator des Kollegs für Fotografieund organisiere Schulveranstaltungen mit dem Ziel einer internationalen und interdisziplinären Vernetzung der Studierenden.

Wann waren Sie das erste Mal mit Studierenden in Zingst? Und wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Das erste Mal waren wir auf Empfehlung unseres früheren Abteilungsvorstands Dr. Werner Sobotka 2015 in Zingst. Ursprünglich war geplant, Zingst abwechselnd mit der „Lumix“ in Hannover alle zwei Jahre zu besuchen. Dass der Besuch in Zingst zu einem jährlichen Fixpunkt in unserem Programm werden könnte, habe ich damals nicht erwartet. Umso größer war meine Überraschung angesichts dessen, was uns hier erwartete und wie offen wir empfangen wurden. Diese überaus positiven Erfahrungen haben dazu geführt, dass wir seither jedes Jahr gerne wieder nach Zingst kommen.

Sie haben die Studierenden bei der Arbeit an Ihren Projekten begleitet – wie sieht der Prozess in der Praxis aus?

Die an der Ausstellung beteiligten Studierenden waren bereits als Gäste beim Festival 2018 und haben somit auch die letztjährige Ausstellung der Graphischen „Dreamland“ gesehen. Im Laufe des Wintersemesters waren interessierte Studierende dazu aufgerufen, ein Generalthema für die Ausstellung zu definieren und im Anschluss daran Konzepte und erste Bildideen zu erstellen. Im Team wurden dann diese Bildvorstellungen und die Projektideen diskutiert. Sowohl die Schlüssigkeit der gewählten Themen als auch die ästhetische Qualität stand dabei auf dem Prüfstand. Manche Projektideen wurden konsequent weiterentwickelt, andere mehrfach modifiziert. Vor allem die Präsentationsform mancher Projekte wurde im Zuge der Diskussionen grundlegend verändert.

Gab es in der Zeit der Zusammenarbeit mit den Studierenden etwas, was Sie überrascht hat? Oder besonders gefreut?

Erfreulich war, dass die Studierenden sich mit sehr unterschiedlichen Aspekten beschäftigt und engagiert ihre Ideen weiterentwickelt haben. Besonders erfreulich war das professionelle Auftreten der Studierenden im Rahmen der Foto-Convention. Überraschend war, welche Wendungen manche Projekte von der ersten Idee bis zum ausgestellten Werk genommen haben. 

 

Was verbinden Sie mit Zingst?

Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit, Ostseerauschen, Matjesbrötchen, Bilderflut, Mücken, Wertschätzung der studentischen Leistungen, interessante Ausstellungen, bezaubernde Landschaft, Radfahren gegen den Wind.

 Was bedeutet Ihnen die Teilnahme am zwölften Umweltfotofestival »horizonte zingst«?

Die Teilnahme bietet unseren Studierenden die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum intensiv an einem Thema zu arbeiten und die Ergebnisse dieses Prozesses dann im Rahmen einer Ausstellung einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Zudem besteht hier während des Festivals die Chance, mit erfolgreichen Fotografinnen und Fotografen in entspannter Atmosphäre in Dialoge zu treten und so den individuellen Horizont zu erweitern.

Noch bis zum 02.06.2019 haben alle Besucher die Möglichkeit die Ausstellung Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar" im Wellnesscamp Düne 6/Panzerhalle zu besuchen und in diesem Zeitraum an der tägllichen Führung um 15:00 Uhr teilzunehmen.

Foto: Nicole Heidegger

Fotos der Vernissage: Anke Großklaß

Das Interview führte Nina Hesse

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