Schutzbedürftig – Orang Utans die letzten ihrer Art

Schutzbedürftig – Orang Utans die letzten ihrer Art

Termin
15.05.2019 - 10:00 Uhr bis 31.01.2020 - 10:00 Uhr
Ort
Postplatz II
Partner
Borneo Orangutan Survival Foundation
Epson
Filmolux Deutschland GmbH

Die Rodungen des Regenwaldes und das Vordringen der Menschen reduzieren die Lebensräume der imponierenden Orang-Utans. Seit 2016 wird der Borneo-Orang-Utan auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion als „akut vom Aussterben bedroht“ geführt. National wie international stehen sie deshalb unter strengem Schutz. Ihr Lebensraum in der Regel aber nicht. Das Überleben der Letzten dieser Art kann nur gelingen, wenn ihre Heimat – der Regenwald – bewahrt wird: Nur wenn wir ihn retten, retten wir die Orang-Utans und mit ihnen zahlreiche andere gefährdete und endemische Arten. Die Ausstellung soll die Schutzbedürftigkeit der Orang-Utans ins Bewusstsein rücken.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Orang-Utans in den Baumkronen der Wälder Borneos und Sumatras in Indonesien und Malaysia. Über Jahrtausende gewachsen, zählen diese Wälder zu den artenreichsten der Welt. Doch in wenigen Minuten werden die Urwaldriesen gefällt. In Sekunden werden enorme Flächen brandgerodet, um unseren wachsenden Hunger nach Kohle, Tropenholz oder Palmöl zu stillen. Plantagen entstehen, soweit das Auge reicht. Dieser massive Eingriff in die Natur vernichtet den natürlichen Lebensraum der Orang-Utans. Ganze Ökosysteme hängen von dieser Schlüsselart ab und gehen mit ihr zu Grunde. Schon unsere Kinder und Enkelkinder könnten Orang-Utans in freier Wildbahn nicht mehr erleben!

Doch nicht nur die Biodiversität ist bedroht. Die großflächigen Brandrodungen und die damit einhergehenden alljährlichen Wald- und Torfmoorbrände beschleunigen auch den Klimawandel und gefährden die Gesundheit von Millionen Menschen. Brennen die Torfmoorböden, setzen sie vier bis 40-mal mehr CO₂ frei, als Waldbrände in anderen tropischen Gebieten. Auch 300 Hektar Regenwald rund um die Borneo Orangutan Survival (BOS)-Rettungsstation in Samboja Lestari fielen 2015 den Flammen zum Opfer. In mühevoller Kleinarbeit war dieses Gebiet zuvor Baum für Baum aufgeforstet worden, denn am heutigen Standort der Orang-Utan-Rettungsstation befand sich vor rund 16 Jahren lediglich eine durch Abholzung und Waldbrände völlig ausgezehrte, nährstoff- und artenarme Grassteppe. Erst 2010 waren die Aufforstungsarbeiten weitgehend abgeschlossen und nahezu die gesamte zerstörte Fläche mit einem funktionierenden Regenwald bewachsen. Das Gebiet beheimatet keine wilde Orang-Utan-Population. In Samboja Lestari werden aber in einem jahrelangen Prozess verwaiste, verletzte und traumatisierte Orang-Utans rehabilitiert und auf ihre Auswilderung in sichere Regenwaldgebiete vorbereitet. Zudem sind viele ursprünglich hier beheimatete Tierarten in den aufgeforsteten Regenwald zurückgekehrt. Der Regenwald und die Torfmoorwälder Borneos beheimaten die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans. Des Weiteren dienen sie als Lungen der Erde und sind in ihrer Funktion als riesige Kohlenstoffspeicher unentbehrlich im Kampf gegen den Klimawandel. Das Überleben der Orang-Utans ist somit eng verbunden, mit dem Überleben der Menschen.

Jeder Mensch kann etwas tun, um unseren nächsten Verwandten, den Orang-Utans, zu helfen. Die größte Bedrohung für den Borneo-Orang-Utan ist die weitere Ausdehnung von Ölpalmenplantagen. In jedem zweiten Supermarktprodukt stecken deren Früchte: In Form von Palmöl finden wir sie inzwischen in Keksen, Aufstrichen, Fertiggerichten, Kerzen, Kosmetik, Putz- und Waschmitteln. Die Vermeidung von Palmöl ist ein Anfang. Nur streng öko-zertifiziertes Palmöl hilft, den Lebensraum der Orang-Utans zu schützen. Unternehmen und Händler müssen aufgefordert werden, auf nicht zertifiziertes Palmöl zu verzichten. Rund 50 Prozent des nach Europa importierten Palmöls wandert in den Tank – in sogenannten Biodiesel. Doch die CO₂-Bilanz ist miserabel: Biodiesel aus Palmöl ist aufgrund der zerstörten Regenwaldflächen dreimal so klimaschädlich wie normaler Diesel.

Mit Wiederaufforstungsprojekten kann der Regenwaldzerstörung Einhalt geboten werden. Der BOS Deutschland e.V. und seine internationalen Partner schützen 460.680 Hektar Regenwald auf Borneo. Finanziert über Spenden werden zerstörte Regenwaldgebiete wieder aufgeforstet. Für die Orang-Utans in den Rettungsstationen können Patenschaften übernommen werden. Mit einer Patenschaft begleitet man die Rehabilitation der Tiere bis zu ihrer Auswilderung in geschützte Regenwaldgebiete.

Weitere Informationen unter www.orangutan.de

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