Unequal Scenes

Unequal Scenes

Termin
15.05.2019 - 10:00 Uhr bis 15.09.2019 - 10:00 Uhr
Ort
Postplatz I
Partner
Stern – Das Reporter-Magazin
ChromaLuxe
Epson

Der US-Fotograf Johnny Miller hat es sich zum Ziel gemacht, mit Hilfe von Drohnenfotografie den Blickwinkel auf soziale Fragen zu verändern. Die Ausstellung entstand aus der Zusammenarbeit mit der Bildredaktion des Magazins „stern“. Aus der Luft fotografiert Johnny Miller die Spaltung der Gesellschaft: links die Blechhütten, rechts die Villen. Dort, wo Slums und Nobelviertel sich berühren, findet er seine Motive, welche auch unter ästhetischen Gesichtspunkten einen Reiz auf den Betrachter ausüben.

„Als Fotograf weiß ich, worauf Menschen schauen, welche Bilder sie anziehen. Deshalb habe ich mich für  Luftaufnahmen entschieden: Damit die Leute an ihnen hängen bleiben, länger darauf schauen – und so auf das Problem der Ungleichheit aufmerksam werden.“  Den Anstoß zu diesem Projekt lieferte der Umzug von Pennsylvania (USA) nach Kapstadt vor sechs Jahren. Seitdem sieht sich Johnny Miller jeden Tag mit der sozialen Ungleichheit konfrontiert, da sie ein grundlegender Teil des Lebens in Kapstadt ist - es ist unmöglich, diesen Gegenstand zu ignorieren. „Von der ersten Minute an, in der man in Kapstadt landet, ist man von Blechütten umgeben. Wenn man den Flughafen verlässt, fährt man etwa 10 Minuten an ebenjenen Hütten vorbei, bis man die wohlhabenderen Vororte erreicht, in denen privilegierte Menschen (auch ich) leben“, sagt Miller.

In sechs Ländern war der Fotograf bisher unterwegs: Tansania, Kenia, Südafrika, Indien, Mexiko und in den USA. Geplant sind weitere Strecken in Lateinamerika, einschließlich Brasilien und Südostasien. Der Prozess des Fotografierens setzt eine intensive Recherche voraus. Aus einer Kombination von Daten, Nachrichten, persönlichem Interesse, Reiseplänen, Karten und Gesprächen mit Menschen identifiziert Johnny Miller die Orte, wo sich der Drohneneinsatz lohnen würde. Sobald die zu fotografierenden Bereiche ausgemacht sind, visualisiert Miller diese in „Google Earth“ und erstellt unter Berücksichtigung von Luftrecht, der Flugsicherheit, persönlicher Sicherheit, Akkulaufzeit, Reichweite,  Wetter, Winkel, Tageszeit und vielenweiterer Faktoren, einen Flugplan für die Drohne zu erstellen.

Die Drohnenfotografie eröffnet eine neue objektive Betrachtungsweise auf gesellschaftliche Ungleichheiten. Die Fotos weisen eine bemerkenswerte Fülle an Details auf, traditionelle Porträts und Fotografien auf dem Boden lassen diese Art der Kontemplation seltener zu. Mit einer gewissen formalen Entfernung fordern sie den Betrachter gleichzeitig dazu auf, über die Ungleichheiten in den Gesellschaften nachzudenken. Mit seinem Projekt möchte Johnny Miller einen Dialog anstoßen, der sich auf konstruktive und friedliche Weise mit der Problematik der Ungleichheit und der Entrechtung befassen kann.

Vernissage: 26.05.2019 | 18:00 Uhr

Photographer Talk: 27.05.2019 | 10:00 Uhr

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